Forschungsstall gegen Gestank

In der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein arbeitet man an der geruchsfreien Zukunft des Schweinestalls.

Beim Abbau von Ausscheidungen entsteht Ammoniak. Es ist ein wichtiger Grundstoff  der chemischen Industrie und die Basis für Düngemittel. Das Problem dabei ist allerdings, dass Ammoniak Atemwege und Schleimhäute reizt und ist in hoher Konzentration sogar tödlich ist. Außerdem stinkt es bestialisch. Hauptverursacher dieser Emissionen ist mit über 90 Prozent eindeutig die Landwirtschaft. daher müssen auch laut EU-Richtlinie bis 2030 zwölf Prozent eingespart werden.

Forschungsstall

An der LVA Raumberg-Gumpenstein gibt es deshalb einen neuen Schweine-Forschungsstall. “Wir testen drei unterschiedliche Reinigungssysteme von verschiedenen Herstellern. Sie sollen Ammoniak, Geruch und Staub in der Stallluft reduzieren und im Idealfall eliminieren”, erklärt Direktor Anton Hausleitner. In den drei gleich großen Testbereichen im Stall, mit mehr als 400 Tieren, laufen die drei Systeme parallel. Dabei verwenden sie unterschiedliche Techniken. Im Prinzip kommt eine Kombination aus Luftwäsche mit Wasser, Abluft und verschiedenen bakterienbildenden Stoffen zum Einsatz. Diese Substrate können Ammoniak-Geruchstoffe an sich binden beziehungsweise abbauen.

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Kosten-Nutzen-Faktor

Erste Tests laufen bereits und in zwei Jahren soll das Projekt abgeschlossen sein. Um die Testergebnisse auf keinen Fall zu verfälschen, wird Hygiene groß geschrieben. Für Betriebsfremde ist der Forschungsstall tabu und jeder Mitarbeiter muss sich beim Betreten und Verlassen des Stalls gründlich duschen und im Stall eigene Kleidung tragen. Für das Forschungsteam steht nicht allein die technische Machbarkeit im Fokus. “Wir müssen natürlich die Kosten in der Praxis berücksichtigen”, gibt Anton Hausleitner zu bedenken. “Das System muss leistbar sein und unter Umständen muss ein Kompromiss zwischen Geruchseliminierung und wirtschaftlicher Realität gefunden werden.” Genau hier liegt die Herausforderung. Es gibt  Reinigungssysteme, die in großem Maßstab mit riesigen Produktionszahlen gut funktionieren.  Das sieht in einer eher klein strukturierten Landwirtschaft, wie der in der Steiermark, ganz anders aus. Hausleitner: “Wir müssen hier das optimale System für bereits bestehende, verhältnismäßig kleine Stallungen finden.”

Beitragsbild: LVA Raumberg-Gumpenstein

 

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