Gefahr im kühlen Nass

von NEUES LAND

Badeunfälle in der Steiermark haben sich in den letzten Tagen gehäuft. Wie man ihnen vorbeugen kann und vor allem Kinder schützt.

Bei Kleinkindern bis fünf Jahre ist Ertrinken die häufigste tödliche Unfallursache. Auf ein tödlich verunglücktes Kind kommt ein weiteres, das sein Leben mit einer schweren geistigen Behinderung verbringen muss. Auch Erwachsene sind vor Badeunfällen nicht gefeit. Schwimmen strengt an. Älteren Menschen drohen Kreislaufschwächen. Egal ob alt oder jung, jeder sollte sich abkühlen, bevor er ins Wasser geht – ganz besonders nach Sonnenbädern. Der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Körper belastet den Organismus. Wenn man zu lange im Wasser bleibt und friert, drohen laut Rotem Kreuz Krämpfe oder Unterkühlungen. Vom Schwimmen mit vollem oder ganz leerem Magen sowie nach dem Genuss von Alkohol ist abzuraten.

Gegen die Zeit

Mensch führen beim Ertrinken einen Kampf gegen die Zeit. Sich über Wasser zu halten ist laut Rotem Kreuz kaum länger als ein paar Minuten möglich. Schon nach vier bis fünf Minuten unter Wasser tritt aufgrund des Sauerstoffmangels der Herz-Kreislauf-Stillstand ein. Sofortige Hilfe ist das Um und Auf. Dennoch gilt für Ersthelfer: Die eigene Sicherheit steht an erster Stelle. Je nach Ursache gehen Betroffene auch sofort unter. Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren haben den „Totstellreflex“. Sie können aus ungeklärter Ursache den Kopf nicht aus dem Wasser heben, selbst wenn die Wassertiefe weniger als zehn Zentimeter beträgt.

Holger Till, Vorstand der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, warnt eindringlich: „Kinder ertrinken lautlos und innerhalb weniger Minuten. Deshalb sollte man sie, bis sie zehn Jahre alt sind und sehr gut schwimmen können, am und im Wasser nie aus den Augen lassen! Das klingt sehr strikt, aber hier gibt es keinen Spielraum für Kompromisse.“

In öffentlichen Schwimmbädern ist die Überlebensrate nach einem Ertrinkungsunfall relativ hoch, weil Betroffne oftmals rasch aufgefunden werden und es eine schnelle Rettungskette gibt. In privaten Pools werden gerade Kinder oft zu spät bemerkt. Auch die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Aufsichtsperson sind meist mangelhaft. Notfallkurse sind daher wesentlich, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

Beitragsbild: fotofrank – stock.adobe.com

 

 

 

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