Weichberger

Raiffeisenkunden: So viel gespart wie noch nie

von Karlheinz Lind

Die Steirer haben so viel Geld auf der hohen Kante wie noch nie. 17 Milliarden Euro liegen alleine auf den Konten der steirischen Raiffeisenkunden.

Auf Basis der Zahlen von Raiffeisen Steiermark – rund jeder zweite Steirer zählt zu Raiffeisenkunden – ortet Rainer Stelzer, Vorstandsdirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, ein „riesiges Potenzial für höherwertigen Veranlagungen“. Erst 14 Prozent, das sind 3,4 Milliarden Euro, des Geldvermögens der Kunden bei Raiffeisen sind in Wertpapiere veranlagt, mehr als die Hälfte davon in Fonds. Hingegen liegen knapp 17 Milliarden Euro auf Spar- und Girokonten – aufgrund der Zinspolitik der EZB leider praktisch unverzinst. Legt man die Zahlen von Raiffeisen auf die Steiermark um, hätte jeder Steirer 1,3 Sparbücher, aber nur jeder sechste Steirer ein Wertpapierdepot.

Raiffeisenkunden investieren nachhaltig

Aber die Tendenz zur Wertpapierveranlagung steigt – vor allem zur nachhaltigen. 22,3 Prozent, das sind rund 352 Millionen Euro, des Fondsvolumens der steirischen Raiffeisenkunden sind bereits Nachhaltigkeitsfonds – zehn Mal höher als 2015. 42 Prozent der neu gekauften Fonds sind bereits Nachhaltigkeitsfonds. „Immer mehr Steirer sehen für sich das Potenzial und zeigen Interesse für höherwertige Veranlagungen. Das Potenzial insgesamt ist riesig, weil die Sparquote so hoch ist wie seit 2008 nicht mehr“, sagt Stelzer.

„Lange Zeit war Nachhaltigkeit ein Schlagwort, das unter Investoren allenfalls ein müdes Lächeln hervorgerufen hat“, führt Rainer Schnabl aus, Vorsitzender Geschäftsführer der Raiffeisen KAG. Heute durchdringe der Begriff alle Ebenen der Gesellschaft und somit auch die der Finanzwirtschaft. „Denn das Bewusstsein, dass wir selbst aktiv werden müssen, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden und die Welt ein Stück besser zu machen, ist inzwischen bei einem Großteil der Bevölkerung angekommen. Die Art und Weise, wie wir unser Kapital anlegen, leistet dazu einen nicht zu unterschätzenden Beitrag“, sagt Schnabl.

Laut einer von Raiffeisen Capital Management in Auftrag gegebenen Spectra-Studie achtet schon jeder Fünfte auch bei der Geldanlage auf einen verantwortungsvollen Umgang. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 31 Prozent. „Diesen Anlegern ist wichtig, dass ihr Geld in Unternehmen investiert wird, die umwelt- und klimaschonend handeln und faire Arbeitsbedingungen bieten. Fonds sind – zumindest bei den befragten Personen – das bekannteste Anlageprodukt“, weiß Schnabl.

Beratungsintensiv

„Die Veranlagung in Wertpapiere ist beratungsintensiver. Aber hier sind wir gut aufgestellt. Unsere Kunden blieben nach den Kursstürzen im Frühjahr ruhig und sind nicht in Panik verfallen. So wurden in den Monaten Februar bis April 2020 sogar mehr Wertpapiere gekauft als verkauft. Das führen wir auf die gute Beratung und die Besonnenheit unserer Kunden zurück“, sagt Rainer Stelzer und weist auch darauf hin, dass über 100 steirische Raiffeisen Berater bereits von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) zertifizierte Nachhaltigkeitsberater sind.

Einen weiteren Schwung von rund zehn Millionen Euro Wertpapiervolumen pro Jahr erhofft sich Raiffeisen Steiermark von der Einführung der Digitalen Vermögensverwaltung „WILL“, einer volldigitalisierten Veranlagungsmöglichkeit. Das Angebot ist ein weiterer Baustein in der Positionierung von Raiffeisen als Digitale Regionalbank, ist sie doch gleichermaßen online wie auch in der Beratung abschließbar. Die professionelle Vermögensverwaltung mit fairem Preis/Leistungsverhältnis beinhaltet ausschließlich nachhaltige Investmentfonds der RCM und nachhaltige börsegehandelte Indexfonds.

 

Beratungsmonat

  • Heuer finden bei Raiffeisen die sogenannte Oktober-Gespräche statt.
  • Die Beratungsoffensive soll anstelle der nicht im üblichen Maß durchführbaren Weltspartage rund 100.000 Kundenkontakte bringen.
  • Dabei geht es um Fragen wie: Macht das Sparbuch noch Sinn? Sind Wertpapiere etwas für mich? Soll ich Gold kaufen? Wie sorge ich für meine Kinder vor?

 

Beitragsfoto: Raiffeisen

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