Aufatmen bei Obstbauern

von Robert Matzer

Nach mehreren Krisenjahren blicken die steirischen Obstbauern optimistisch auf den Beginn der Apfelernte. Die Vorzeichen stehen gut.

Der steirische Obstbau sorgte in den letzten Jahren leider für wenig positive Schlagzeilen. Den beiden Frostkatastrophen folgten letztes Jahr eine europaweite Rekordernte und die damit verbundenen Schwierigkeiten in der Vermarktung. Horrormeldungen von mit zum Bersten vollen Lagern und unverkäuflicher Ware machten die Runde. Die Obmänner der drei Erzeugerorganisationen in der Steiermark geben aber nun Entwarnung: Der Großteil der Lager ist geleert und es zeichnet sich heuer eine gute Apfelernte ab.

Hohe Qualität

Bernhard Ramminger, Obmann der Obst Partner Steiermark (OPST): „Die letzten Wochen sind überraschend gut gelaufen und mit Lagermengen im niedrigen einstelligen Prozentbereich sind wir zuversichtlich, dass der Rest noch verkauft werden kann.“ Auch Willibald Flechl, Obmann der Obstgemeinschaft Steiermark (OGS), und Manfred Kohlfürst, Obmann der Erzeugergemeinschaft Obst Steiermark (EOS), bestätigen diesen Trend. Alle drei sprechen aber von einem sehr schwierigen Jahr 2019 im Verkauf und den damit verbundenen, kaum zufriedenstellenden Auszahlungspreisen für die Bauern.

Bernhard Ramminger

Bernhard Ramminger, Obmann der OPST

Willibald Flechl, Obmann der OGS

Manfred Kohlfürst, Obmann der EOS

Das kommende Vermarktungsjahr sehen alle Erzeugerorganisationen wieder positiv. Europaweit wird laut Ernteschätzungen ein um etwa 20 Prozent niedrigerer Ertrag erwartet. In Polen spricht man aufgrund von Frostschäden und Hitzeperioden sogar von 44 Prozent weniger Ernte. Das wird den westeuropäischen Markt deutlich entlasten und die Erzeugerpreise wieder auf ein akzeptables Niveau schrauben. Die Steiermark wurde vom Frost weitestgehend verschont und die äußere und innere Qualität der Früchte ist zu einem großen Teil hervorragend.

Überzeugungsarbeit

Für die Zukunft des steirische Apfelanbaus werden die Sortenwahl und das Marketing eine große Rolle spielen. Ramminger dazu: „Die Sorte Idared ist durch Billig-Importe nahezu unverkäuflich und wir geben hier klare Rodungsempfehlungen für bestehende Anlagen.“ Auch bei der OGS sieht man die Sortenwahl als entscheidend und setzt auf neue, geschmacklich sehr attraktive Sorten. Flechl erläutert: „Speziell die Clubsorte Sweetango hat am Apfelmarkt für uns ein großes Potential. Eine frühe Reife, ein außerordentlich guter Geschmack und die exklusiven Verkaufsrechte sprechen dafür.“ Auch beim Marketing wollen die Erzeugerorganisationen nichts mehr dem Zufall überlassen. Kohlfürst dazu: „Wir müssen den Konsumenten wieder verstärkt zum steirischen Apfel bringen. Dafür sind die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen und ein gutes Marketing mit den Apfelhoheiten wichtig. Außerdem müssen wir den Lebensmitteleinzelhandel überzeugen, verstärkt auf Ware aus Übersee zu verzichten.“

Beitragsbild: ZoomTeam-stock.adobe.com

 

 

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