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Noch viel Energie-Potential

von Karl Brodschneider

Um die bäuerliche Energieerzeugung ging es beim Gespräch von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig mit Landesrat Hans Seitinger in der Fachschule Hafendorf.

 

Erstmals machte Norbert Totschnig in seiner neuen Funktion als Landwirtschaftsminister einen Steiermark-Besuch. In der Landwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf in Kapfenberg traf er mit Landesrat Hans Seitinger zusammen. Im gemeinsamen Gespräch ging es um die Energieversorgung und vor allem um den Ausbau der bäuerlichen Energieerzeugung. Gleich einleitend stellte Landesrat Seitinger klar: „In der Mur-Mürz-Furche befinden sich in kurzer Entfernung zueinander rund 15 Weltmarktführer – von der Papierfabrik Norske Skog über Pankl Racing Systems bis hin zu voestalpine Böhler Edelstahl. Deren Energieversorgung ist auf Gas aufgebaut. Wenn da etwas passiert, stehen Zehntausende Menschen auf der Straße.“

Vor dem Hintergrund dieser dramatischen Energieabhängigkeit sagte Totschnig: „Unser aller Ziel muss es sein, die bäuerliche Energieproduktion zu stärken. Durch den Ausbau von Bioenergie schaffen wir regionale Arbeitsplätze. Die Wertschöpfung bleibt im Land und wir werden unabhängiger von fossilen Energieträgern.“ Totschnig bekräftigte auch seinen persönlichen Anspruch als Landwirtschaftsminister: „Ich bin angetreten mit dem Ansinnen, die Bauern und Bäuerinnen bestmöglich zu begleiten.“

Schule als Energieerzeuger

Die Fachschule Hafendorf ist ein gutes Beispiel dafür, welche Möglichkeiten in der bäuerlichen Energieversorgung stecken. Wie Direktor Peter Ansperger informierte, wurde hier vor 22 Jahren eine eigene Biogasanlage errichtet. Vergast wird die Gülle aus der eigenen Rinder- und Schweinehaltung. Die jährliche Gesamtenergieerzeugung liegt bei 400.000 kWh.

Weiters betreibt die aus fünf Bauern bestehende Bionahwärme Kapfenberg seit dem Jahr 2000 in der Fachschule Hafendorf ein Biomasseheizwerk. Sie versorgt nicht nur die Fachschule samt Internat und Lehrwerkstätten, sondern auch eine Kinderkrippe, eine Wohnanlage und das angrenzende Schulzentrum BG/BRG/BORG mit Wärme. Der gesamte Anschlusswert liegt bei 1045 kW. Für den in Kapfenberg geplanten Bildungscampus werden diese beiden Energieschienen (Biogas, Biomasse) noch bedeutender werden.

Dem ist aber nicht genug. „Wir möchten einen energieautarken Schulstandort schaffen“, erklärte Direktor Ansperger. Daher soll in den nächsten Jahren eine große Photovoltaikanlage auf der Maschinenhalle und dem Werkstättengebäude errichtet werden. Dazu Seitinger: „Auch unsere Bauernhöfe sollen energieunabhängig werden. Dabei wollen wir ihnen helfen und das wollen wir der bäuerlichen Jugend auch hier in der Schule vermitteln.“

Holz als Wärmelieferant

Österreich liegt beim Ausbau der erneuerbaren Energie im internationalen Spitzenfeld. 2020 lag der Anteil der Erneuerbaren im heimischen Energiemix bei rund einem Drittel. Die Bioenergie spielt dabei eine zentrale Rolle und liefert 45 Prozent der gesamten Energieerzeugung Österreichs. Die größten Beiträge stammen dabei aus Holzbrennstoffen. Mehr als die Hälfte der heimischen Haushalte nutzt Holz als Wärmelieferant – sei es mit modernen automatischen Holzheizungen, als Zusatzheizgerät oder über Nah- und Fernwärmeanlagen.

 

Beitragsfoto: Brodschneider

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