Immer weniger Katholiken

von Karl Brodschneider

Die Teuerung macht der Katholischen Kirche Steiermark zu schaffen. Die Katholikenzahlen sind im Vorjahr um zwei Prozent gesunken.

 

Bei einem Budget von 115 Millionen Euro hat die Katholische Kirche Steiermark das Jahr 2022 mit einer „schwarzen Null“ (Plus von 840.000 Euro) abgeschlossen; im Vorjahr 2021 war es ein Minus von 800.000 Euro bei einem fast identen Budget. Bei den Einnahmen stammen 65 Prozent aus dem Kirchenbeitrag. Weitere Erträge kommen aus der Vermietung und Verpachtung sowie aus der Bewirtschaftung von kirchlichen Grundstücken und diversen Zuschüssen. Der größte Teil der Ausgaben (56 Prozent) entfällt auf die Pfarren und die Seelsorge. 20 Prozent gehen in die Verwaltung. 18 Prozent werden für Bildung, Kunst und Kultur verwendet, sechs Prozent für karitative Leistungen inklusive Unterstützungen für die Weltkirche.

Minus von zwei Prozent

Bei den Katholikenzahlen des Jahres 2022 verzeichnet die Katholische Kirche Steiermark ein Minus gegenüber dem Vorjahr. Ende 2022 gab es in der Steiermark 752.605 Katholiken, ein Jahr zuvor waren es noch 768.525. Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung lag mit Ende 2022 bei 60 Prozent.  

Problematisch für die Katholische Kirche Steiermark sind zwei Trends. Einerseits schlagen die Inflation und die Teuerung und die damit verbundenen Lohnanpassungen auch auf die Kosten der Diözese durch, andererseits sinkt die Katholikenzahl weiter. „Die Katholische Kirche spürt schon lange das abnehmende Vertrauen in große Institutionen und deshalb haben wir schon vor Jahren einen Kirchenentwicklungsprozess gestartet und Maßnahmen ausgearbeitet, damit die Katholische Kirche Steiermark auch in Zukunft gut für die Menschen da sein kann“, so Thomas Stanzer, Pressesprecher der Diözese Graz-Seckau.  

Sparstift ansetzen

Dennoch müssen die laufenden Ausgaben der Katholischen Kirche Steiermark bis 2030 um jährlich zehn Millionen Euro sinken. Eine mittelfristige Verringerung beim Personal will man über die normale Fluktuation erreichen. Dazu kommen unter anderem Investitionen in erneuerbare Energie, Energiesparmaßnahmen oder Digitalisierungsprojekte, um den Aufwand verringern und Prozesse zu vereinfachen. Über allem steht, so Stanzer, dass die Seelsorge und die Kirche vor Ort gut funktionieren, die Kirche mit ihren caritativen Leistungen und ihrer frohen Botschaft hilfreich für die Menschen ist, der Bildungsauftrag der Kirche wahrgenommen ist und die kirchlichen Bauwerke als Kulturerbe erhalten bleiben.

 

Beitragsfoto: Irmgard Kellner

 

 

 

 

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