Weichberger

Im Interview: Karl Schmidhofer

von NEUES LAND

NRAbg. Karl Schmidhofer über seine unerwartete Nominierung zum künftigen ÖSV-Präsidenten sowie über seine Ziele im Skiverband.

 

NEUES LAND: In einer Marathonsitzung wurden Sie in der Vorwoche zum designierten Nachfolger des scheidenden ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel bestimmt. Wie ist diese turbulente Sitzung abgelaufen?

Karl Schmidhofer: Das war zunächst ein echter Marathon bis Mitternacht und man konnte sich zwischen den beiden Kandidaten Michael Walchhofer und Renate Götschl nicht einigen, es ist turbulent zugegangen. Es war für mich auch überraschend und unvorbereitet, als ich dann kurzfristig von Niederösterreich vorgeschlagen wurde. Nach einem Telefonat mit meiner Frau habe ich dann meine Bereitschaft für die Kandidatur zugesagt.

NL: Hat es dann eine einstimmige Entscheidung der Wahlkommission gegeben?

Schmidhofer: Gleich in der Nacht haben noch sechs Bundesländer die Entscheidung mich zu unterstützen herbeiführen können. Am Tag danach haben die restlichen Präsidien der Landesverbände Steiermark, Tirol und Vorarlberg ebenfalls einen positiven Beschluss gefasst. Dadurch bin ich jetzt als Präsidentschaftskandidat einstimmig designiert und der Kandidat für alle Bundesländer, also Ende gut, alles gut. 

NL: Michael Walchhofer und Renate Götschl haben das Nachsehen, wie geht es mit ihnen jetzt weiter?

Schmidhofer: Renate Götschl war ja bisher an meiner Seite als Vizepräsidentin in der Steiermark sehr erfolgreich tätig. Sie wird jetzt als Präsidentin vorgeschlagen und ich nehme natürlich an, dass sie dann auch mit 100 Prozent gewählt wird. Michael Walchhofer ist aktuell ÖSV-Vizepräsident und ich freue mich, wenn er auch künftig in dieser Funktion zur Verfügung stehen würde.  

NL: Welche Qualifikation bringen Sie für dieses Amt mit und welche Motivation steckt dahinter?

Schmidhofer: Ich war bisher mein Leben lang in der Wirtschaft tätig, habe viele Unternehmen vor allem im Tourismus sowie Seilbahnbetriebe erfolgreich geleitet. Parallel dazu war und bin ich auch schon über viele Jahrzehnte in verschiedensten Vereinen wie beispielsweise als Skiclubobmann am Lachtal, Steirischer Skiverbandspräsident oder Vorsitzender der Urlaubsregion Murau-Murtal ehrenamtlich tätig gewesen. Ich freue mich jedenfalls, wenn ich zum ÖSV-Präsidenten gewählt werde und gehe dieses Amt mit Herz an.  

NL: Seit 2019 sind Sie ÖVP-Nationalrat, wie geht es in dieser Hinsicht weiter?

Schmidhofer: Nach erfolgter Wahl lege ich mein Mandat natürlich zurück und werde die Parlamentstür zu machen. Es geht die ÖSV-Tür auf, ich bin dann Präsident und mir ist bewusst wie damit auch in politischer Hinsicht umzugehen ist.  

NL: Was steht eigentlich in der Agenda an vorderster Front, wenn die Wahl am 19. Juni erfolgreich geschlagen ist?

Schmidhofer: Wenn ich gewählt bin, werde ich natürlich zügig an die Arbeit herangehen. Wir haben im Team des Skiverbandes rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und außerdem fast 400 Athletinnen und Athleten, die in allen 16 Fachreferaten für internationale Erfolge sorgen, in diese Richtung werde ich daher wohl gleich über Videokonferenzen den ersten Kontakt suchen. Von Anfang an würde ich auch gerne einen Aufsichtsrat haben, weil es mir sehr wichtig ist, dass die Arbeit bei einem Budget von 40 bis 60 Millionen Euro auch entsprechend kontrolliert wird.

 

Zur Person

  • Kommerzialrat Karl Schmidhofer (59) ist Präsident des Skiverbandes Steiermark und designierter Nachfolger von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.
  • Er ist seit 2019 ÖVP-Nationalratsabgeordneter.
  • Er war u.a. geschäftsführender Gesellschafter der Kreischberg Seilbahnen und der Lachtal Seilbahnen sowie Geschäftsführer der Hauser Kaibling Seilbahn.

 

 

Beitragsfoto: Parlamentsdirektion/Photo Simonis

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