Ein Rekord macht Sorgen

Aronia

Die Aroniabauern erwarten heuer eine Ernte wie noch nie und müssen sich Gedanken über neue Vermarktungsformen machen.

Erst 17 Jahre sind es her, seit sich die ersten Bauern mit dem Anbau der Aronia zu beschäftigen begannen. Heute sind in der Steiermark schon 400 Hektar mit Aronia bepflanzt, österreichweit sind es insgesamt 600 Hektar. Ihr Produkt gilt mittlerweile als sogenanntes Superfood. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitaminen und Antioxidantien genießt die auch Apfelbeere genannte Frucht seit Jahren viel Aufmerksamkeit.

Die Aroniabauern stehen aber jetzt vor einer großen Herausforderung: Wie schaffen sie es, die Ernteware weiterhin zu einem guten Preis zu verkaufen? Bisher lief die Vermarktung der Aroniaprodukte – von Säften über Fruchtaufstriche bis hin zu getrockneten Beeren und Aroniapulver – großteils über die Direktvermarktungsschiene. Ergänzend dazu wurde die Bioware über die Beerenobstgenossenschaft an einen Tiroler Vermarkter geliefert. Mit der Preissituation waren die Landwirte immer zufrieden.

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Angesichts der heuer ins Haus stehenden Rekordernte – pro Hektar dürften bis zu drei Tonnen Aroniabeeren geerntet werden – könnten die bisherigen Absatzmärkte zu gering sein. Da hilft es, dass sich fast alle 92 österreichischen Aroniabauern – 65 kommen aus der Steiermark – zum bundesweiten Verein Aronia Austria zusammengeschlossen haben. Deren Obmann ist der Oststeirer Christian Unger aus St. Anna am Aigen. „Wir sind eine starke Gruppe!“, betont Unger. Diese Geschlossenheit wird in Zukunft noch bedeutender werden, wenn man neue Märkte erobern möchte.

Derzeit ist die Vereinigung der österreichischen Aroniabauern gerade dabei, mit der Gründung einer eigenen Firma den Fuß in den heimischen Lebensmittelhandel zu stellen. Mit Produkten wie Aroniasäften oder getrockneten Aroniabeeren sollte der Markteintritt gelingen, hofft Vorstandsmitglied Franz Kober aus Ilz. Er weist auch auf ein anderes weißes Feld hin, das es zu bearbeiten gilt: „In den Apotheken und meisten Drogeriemärkten findet man ausschließlich ausländische Aroniaprodukte im Verkaufsregal. Diese kommen entweder aus Deutschland oder Polen.“ Unbestritten ist, dass dabei das eigene Gütesiegel „Aronia Austria“ die Aufmerksamkeit der Konsumten auf die einheimische Qualität legt.

Beitragsfoto: fotolia.com/TwilightArtPictures Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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