„Der schönste Job der Welt“

Malerwinkel Hatzendorf

Ein großes Sorgenthema der Gastlichkeitsbranche heißt „Generationenwechsel“. Die Hoffnungsträgerin dazu heißt Anna Troißinger.

Der „Malerwinkl“ in Hatzendorf in der Stadtgemeinde Fehring ist eine der ungewöhnlichsten Stätten steirischer Gastlichkeit. Der Betrieb hat es nicht nur auf Hauben-Niveau gebracht, er bietet auch – wie es heißt – „Geschmack für alle Sinne“ an. Das liegt an Peter Troißinger, der nicht nur ungemein umtriebiger und ideenreicher Wirt, sondern auch arrivierter Künstler ist. Was unschwer zu erkennen ist, denn überall begegnet man dort Skulpturen, Bildern und anderen Kunstwerken aus seiner Hand. Allein das macht den Malerwinkl zu einer spannenden Adresse für all jene, die dem Besonderen zugetan sind.

Zukunft

Der Betrieb, den man Wirtshaus genauso nennen kann wie Restaurant, hat mittlerweile auch symbolische Bedeutung für die Zukunft der Gasthäuser in unserem Land bekommen. Dort lässt sich auch kräftig Hoffnung schöpfen für ein Schlüsselthema in diesem Zusammenhang – den Generationenwechsel. In den nächsten zehn Jahren steht bei rund einem Viertel der steirischen Betriebe die so genannte altersbedingte Übergabe an. Und es ist kein Geheimnis, dass der Job bei jungen Menschen nicht mehr so gut ankommt wie einst. Vor allem die Arbeit in der Nacht und an Wochenenden wirkt ebenso irritierend wie der speziell zu Stosszeiten auch enorme Arbeitsdruck. Bekanntlich kann es da keinem im Gasthaus schnell genug gehen.

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Beim Malerwinkl läuft der Übergang zur nächsten Generation fast wie im Bilderbuch ab. Sein Sohn Peter junior führt nicht nur in der Küche erfolgsverwöhnt Regie, er hat offenbar auch Vaters kreative Ader geerbt, designt preisgekrönt Geschirr und entdeckt gerne. So etwa die Magie eines eigenen Gemüsegartens, mit dem man von Anfang Mai bis Mitte November zum Selbstversorger wird. Mutter Gabriele hat dieses Projekt hervorragend im Griff.

Rampenlicht

Ins Rampenlicht rückte auch Peters Schwester Anna, die mit Bravour und vor allem viel guter Laune die Rolle der Juniorchefin und Restaurantleiterin hinlegt. Sie ist darüber hinaus Testimonial einer Aktion der Wirtschaftskammer, die jungen Leuten den Weg ins Gastgewerbe schmackhaft machen soll – von „Job mit Aussicht“ (www.jobmitaussicht.at) ist dabei die Rede. Anna hat ein überwältigendes Argument. Sie spricht vom „schönsten Job der Welt“ und kann diese persönliche Begeisterung auch gut erklären: „Es gibt jede Menge Abwechslung und man lernt viele interessante Menschen kennen und kriegt es auch vielfach zurück, wenn man Gutes tut.“ Dafür hat sie ein bemerkenswertes Beispiel: Im Juli wütete ein Hochwasser auch im Malerwinkl und richtete erhebliche Schäden an. Aber gleich am nächsten Tag waren „unglaublich viele großartige Leute – Gäste, Kollegen und Andere – da, um uns zu helfen.“

War für die Juniorchefin die Sache mit der Betriebsübernahme immer klar? „Keinesfalls – ich bin langsam in das hineingewachsen. Wobei wichtig ist, dass ich immer die Chance gehabt hätte, auch etwas Anderes zu wählen.“ Beflügelt hat Anna auch Auslandserfahrung in Spanien mit einem etwas ungewöhnlichen Hintergrund. Sie wollte eigentlich dorthin auf Urlaub fahren und ist letztlich in einem Job gelandet, bei dem sie „unglaublich viel gelernt“ hat. Auch sprachlich.

Anna Troißingers Botschaften an all die anderen jungen Menschen, die es wagen, als Wirte und Gastronomen Fuß zu fassen: „Unbedingt offen sein für alles – für Kritik ebenfalls.“ Es gehe aber auch darum, sagt die Hoffnungsträgerin der Branche, mit Leidenschaft ans Werk zu gehen, authentisch zu bleiben und zu wissen, dass es „harte Tage gibt, an denen man halt durchbeißen muss.“ Und sie fügt etwas Wichtiges hinzu: „Es zahlt sich aus!“

Beitragsbild: Wurzinger Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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