Den Wald bewirtschaften

von Karlheinz Lind

Beim Waldverband Steiermark ist man sich klar: Den Wald muss man bewirtschaften. Und das auch bei niedrigeren Preisen.

Die aktuellen Holzpreise motivieren Waldbesitzer kaum, in den Wald zu gehen, um Holz zu ernten. Im Zuge der Klimaveränderungen ist aber sicherlich auch allen klar, dass das übergeordnete Ziel, stabile und klimafitte Waldbestände zu haben, vorrangig sein muss. Deshalb muss der Besitzer den Wald bewirtschaften. Verschiedene Arbeiten sind laut Waldverband Steiermark notwendig, um standortsichere und zukunftsfitte Wälder im Besitz zu haben. Dass viele dieser Schritte damit einhergehen, die Motorsäge in die Hand zu nehmen, bringt dieser Umstand automatisch mit sich.

Baumartenwahl

Angesichts der Klimaveränderungen wird auch die Baumartenwahl immer wichtiger. Waldgesellschaften werden sich verändern und die Waldgrenze wird sich nach oben verschieben. Die waldbaulichen Entscheidungen sind längerfristige Ziele, die gut überlegt sein müssen. Auf die Standortsbedingungen und Baumartenansprüche muss man als Waldbesitzer speziell achten. Durch optimale Mischungen mit unterschiedlichen Baumarten kann man als Waldbesitzer die Gefahr von Schäden vermeiden.

Pflegeeingriffe stellen die Weichen für die zukünftige Waldgesellschaft und deren Stabilität. Der Begriff „Platzbedarf für den jeweiligen Baum beachten“ zieht sich durch das gesamte Waldleben, wenn Waldbesitzer einen stabilen, zukunftsfähigen Wald entwickeln möchten. Auf den Wildeinfluss muss ebenso reagiert werden und der Schutz des jungen Bestandes erfordert vielfach zusätzliche Maßnahmen.

Forsthygiene

Die Forsthygiene spielt eine große Rolle in der Forstwirtschaft in Bezug auf die Klimaveränderung. Durch die Steigerung der Jahresmitteltemperaturen und geringere Niederschläge sind die Risiken, dass es zu einer rasanten Vermehrung von Schadinsekten wie etwa dem Borkenkäfer kommt, sehr stark erhöht. Hier können Waldbewirtschafter nur durch frühzeitiges Erkennen und rasche Aufarbeitung des Schadholzes dagegenhalten und dadurch ein massenhaftes Ausbreiten der Käferpopulation verhindern.

Auch bei der Durchforstung des schon ein wenig älteren Bestandes kommt dem Begriff „Platz schaffen“ eine besondere Bedeutung zu. Beim Vergleich von verschiedenen Beständen, wie sie vom Bundesforschungszentrum für Wald auf ihren Versuchsflächen angelegt wurden, zeigen sich die großen Vorteile, wenn diese Eingriffe frühzeitig durchgeführt werden.

Die rasante Entwicklung bei Automatisierung und Digitalisierung macht auch vor der Waldbewirtschaftung nicht halt. Die hochmechanisierte Holzernte mit Harvester und Prozessor entwickelte sich in den letzten Jahren zum Standard bei der Holzernte. Um Mensch und Maschine hier optimal einzusetzen, bedarf es einer hochprofessionellen Organisationkompetenz. Eine gut abgestimmte Planung, die Witterung, Einsatz der Maschinen, Abfuhrmöglichkeiten durch den Lastwagen und Zufuhrkontingente bei der holzabnehmenden Industrie miteinbezieht, sorgt für raschen Transport zum Sägewerke und für geringe Qualitätsverluste bei Wald und Holz.

 

Beitragsfoto: Archiv

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