Weichberger

Afrikanische Schweinepest: Die Lage ist dramatisch!

von Karlheinz Lind

Der erste Fall von Afrikanische Schweinepest bei einem Wildschein in Deutschland hat ernste Folgen für die steirische Schweinebranche.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP), eine schwere Viruserkrankung, die für den Menschen ungefährlich ist, hat nun auch Deutschland erreicht. Ein amtlicher Test bei einem verendeten Wildschweinkadaver in Brandenburg fiel positiv aus. Dieser erste ASP-Fall in Deutschland verunsichert nun die gesamte Schweine-Branche in Europa. Denn nach China verbietet nun auch Japan wegen des Auftretens von ASP den Import von Schweinefleisch aus Deutschland. Sowohl die Einfuhren von Lebendtieren als auch von Schweinefleischprodukten wurden untersagt.

Mengendruck

Und genau dieser Mengendruck hat auch massiven Einfluss auf die steirischen Schweinebauern. Kurt Tauschmann, Obmann der Erzeugergemeinschaft Stryriabrid, dazu: „Wir befinden uns gerade in den Preisverhandlungen. Diese erweisen sich als äußerst schwierig.“ So haben etwa deutsche Schlachthöfe am vergangen Freitag die Preise für Schlachtschweine bereits um 20 Cent reduziert. Deshalb versuche man, so Tauschmann, sich vom deutschen Markt abzuheben, um die gewaltige Abwärtsbewegung nicht mitzumachen. Auch ein Schweinegipfel ist am Wochenende geplant. Der Obmann appelliert: „Wir brauchen einen Schulterschluss zwischen Bauern, Schlachthöfen, Lebensmittelhandel und Konsumenten, um diese schwere Krise durchzustehen.“

Übertragung

Bei der ASP handelt sich um ein für Wild- und Hausschweine sehr gefährliches Virus. Die Sterblichkeitsrate liegt bei weit über 90 Prozent und wegen der hohen Ansteckungsgefahr verbreitet sich die Seuche innerhalb der Schweinebestände sehr schnell. Der Erreger ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr widerstandsfähig, er bleibt auch während des Verwesungsprozesses des Schweines mehrere Wochen bis Monate infektiös. In Schlachtkörpern und Blut ist das Virus monatelang, in Gefrierfleisch sogar jahrelang vermehrungsfähig. Abg. z. NR Andreas Kühberger ergänzt: „Auch an Jäger ergeht daher der Appell, kein Wildbret aus dem Ausland einzuführen und eventuell mit dem Erreger kontaminierte Kleidung zu desinfizieren.“

 

Beitragsfoto: agrarfoto.com

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