Positive Bilanz im Forst

Zufriedenstellende Rundholzpreise lassen die Forstwirte auf ein gutes Jahr 2014 zurückblicken. Probleme gab es beim Industrieholz.

Mit beeindruckenden Zahlen präsentiert sich die österreichische und steirische Forstwirtschaft: Rund 17,7 Millionen Festmeter Holz wurden im Jahr 2014 in Österreich geerntet, knapp ein Drittel davon alleine in der Steiermark. Carl Prinz von Croÿ, Obmann der Land&Forst Betriebe Steiermark, kommentiert die Marktlage: „Insgesamt waren wir mit der Situation zufrieden. Die Sägeindustrie war trotz der Auswirkungen des Eisregens in Slowenien im Vorjahr aufnahmefähig und das zu Preisen im dreistelligen Eurobereich beim Fichtenleitholzsortiment.“ Aufgrund des milden Winters konnte fast ganzjährig gearbeitet werden. Obmann Croÿ weiter: „Die Holznutzung, Abfuhr und deren Vermarktung bei zufriedenstellenden Preisen bietet natürlich auch Spielraum für geplante Investitionen der Forstbetriebe.“ Rund die Hälfte der fünf Millionen Erntefestmeter ging in die Sägeindustrie.

Industrieholz

Viele Forstbetriebe waren jedoch mit einem Stau am Industrieholzmarkt konfrontiert. Ende März des vergangenen Jahres hat eine Explosion den Laugenkessel der Zellstoff Pöls AG beschädigt, und zwar schwerer, als ursprünglich angenommen. Es kam zu einen Totalausfall der Anlage. Croÿ dazu: „Glücklicherweise konnte mit dem Reservekessel der Betrieb weitergeführt werden, doch die Einschränkungen waren enorm. Statt der rund 150.000 Festmeter Holz pro Monat können derzeit nur rund die Hälfte verarbeitet werden. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich erst im vierten Quartal 2015 (November) abschlossen sein.“ Aufgrund dieser Situation haben viele Forstbetriebe in der Steiermark ihre Vornutzungen stark reduziert, um den Markt nicht unnötig zu belasten. Croÿ abschließend: „Wir in der Urproduktion wollen ein verlässlicher Partner für die Säge- und Papierholzindustrie sein. Wir liefern, wenn Holz benötigt wird, stellen Nutzungen bei Bedarf aber auch zurück.“

Schnittholzmarkt

Den Schnittholzmarkt analysiert Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreichs: „Der europäische Exportmarkt für österreichisches Schnittholz zeigt in Summe ein hauchdünnes Plus, obwohl Italien noch immer ein Sorgenkind ist. Ausschlaggebend ist Deutschland, das durch Reformen die Konjunktur belebte. Der Schnittholzexport nach Deutschland konnte sogar ausgebaut werden“. Negativ entwickelten sich die Überseemärkte, so Montecuccoli: „Die Japaner nutzten 2013 die Mehrwertsteuerbegünstigungen, um kräftig zu bauen. 2014 erfuhr der Schnittholzexport dorthin jedoch wieder einen Einbruch.“

Borkenkäfergefahr

Der milde Winter hatte zwar groß Vorteile bei der Holzarbeit, begünstigt jedoch auch die Borkenkäferpopulation. Landesforstdirektor Michael Luidold mahnt zur Vorsicht: „Die Schadereignisse der letzten Monate (Eisbruch und Sturm) haben auch im Wald ihre Spuren hinterlassen. Dieses Schadholz bietet die besten Voraussetzungen für die Vermehrung von Borkenkäfern. Das trockene Frühjahr bringt zusätzlich Stress für die Bäume und vermindert ihre Abwehrkraft gegen Schadeinflüsse wie Borkenkäfer.“ Die rasche Aufarbeitung und der Abtransport des Holzes aus dem Wald seien daher sehr wichtig. Luidold abschließend: „Der Schwärmflug des Borkenkäfers findet gerade statt. Wer sein Schadholz noch nicht aufgearbeitet hat sollte jetzt rasch handeln.“

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