Breitband macht das Dorf zur Welt

Mit Infrastrukturausbau die Attraktivität des ländlichen Raumes steigern.

„Auch wenn die Unterschiede zwischen Stadt und Land überwiegen, die Ansprüche der Menschen, die da und dort leben, sind identisch: Sie wollen in gleicher Weise jederzeit kommunizieren und am gesellschaftlichen sowie kulturellen Leben teilhaben können. Und sie wollen jene Infrastruktur vorfinden, die ihnen dieselben wirtschaftlichen Chancen in Stadt und Land bietet. Die Digitalisierung eröffnet diese Möglichkeiten und wir müssen sie nützen. Das Internet hat die Welt zum Dorf gemacht, das Breitband macht das Dorf zur Welt. Nun gilt es, vor allem in jenen Gebieten, die wirtschaftlichen Aufholbedarf haben, flächendeckend den Breitbandausbau und die Mobilfunknetze zügig voranzubringen. Dabei geht es vor allem um Verlässlichkeit und Sicherheit einer digitalen Versorgung, die die Basis für ein gesellschaftlich vollwertiges und wirtschaftlich erfolgreiches Leben am Land bildet“, erklärte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, bei der heutigen Klartext-Veranstaltung zum Thema „Wirtschaft am Land: Datenautobahn oder Abstellgleis?“ in Eisenstadt.

„Eine funktionierende Infrastruktur ist auch deshalb notwendig, um die Abwanderung vor allem der jungen Menschen und ganz besonders der jungen, selbständigen Frauen zu stoppen. Gerade für unsere Dörfer ist es entscheidend, dass erstklassig ausgebildete Frauen, die nach den Schul- sowie Universitätsjahren zurück aufs Land kommen und dort leben wollen, dies auch können. Gehen die Frauen, stirbt das Land. Um dabei die richtigen Maßnahmen zu setzen, müssen wir das Dorf mit den Augen der jungen Frauen sehen. Das betrifft die Mobilität, die digitale Anbindung und ausreichende Möglichkeiten für die Kinderbetreuung“, ergänzte Schultes.

Ländliche Entwicklung – EU-Strukturfonds: Richtige Weichen stellen

„Damit das Land von der Stadt nicht abgehängt wird, muss die kommende EU-Agrarpolitik, konkret die Ländliche Entwicklung, die richtigen Weichen stellen. Es geht in Zukunft nicht nur darum, vereinbarte Leistungen der Land- und Forstwirtschaft abzugelten, sondern auch neue Chancen zu schaffen. Hier sind insbesondere die EU-Strukturfonds gefordert. Das betrifft Einkommensmöglichkeiten für junge, gut ausgebildete, wenig mobile und selbständig arbeitende Menschen. Solche Programme müssen Hand in Hand mit einer sicheren und verlässlichen digitalen Versorgung gehen. Das muss jedoch eine zentrale nationale Aufgabe sein, Stichwort Breitbandmilliarde. Maßgeschneiderte EU-Programme und sichere digitale Infrastruktur begünstigen eine lebendige Wirtschaft wie auch Landwirtschaft, die wiederum die Grundlage für ein aktives Dorf für Jung und Alt darstellen“, so Schultes abschließend.

Ein Video zu diesem Thema finden Sie hier.

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