Für höchste Präzision am Acker

Spurführungssysteme können heute ein entscheidender Effizienz-Faktor in der Landwirtschaft sein. Ihre Bedeutung wächst ständig.

Dass man für die optimale Nutzung von Ackerland größtmögliche Präzision braucht, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Schon lange machen sich Ingenieure Gedanken, wie Traktor & Co für den Bauer möglichst effektiv und Kräfte schonend eingesetzt werden können. Schon in den 1960er-Jahren gab es die ersten Tastbügel, die den Traktor entlang der Pflugfurchen leiteten. Auch Versuche mit elektrohydraulischen Lenkungen wurden damals gemacht. Deren Nachfolger sind berührungslose Systeme, die mit Ultraschall, Laser oder optisch mittels Kamera und automatischer Bildverarbeitung arbeiten. Für die größte Präzision am Acker sorgt aber GPS. Das ursprünglich militärische Satelliten-Positionierungssystem ist auch aus der modernen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken. GPS-gesteuerte Spurführungssysteme haben sich am Markt durchgesetzt. Je nach Anforderung gibt es verschiedene Systeme in den unterschiedlichsten Preisklassen. Los geht es bei etwa 1.800 Euro für einfache Systeme mit einer Genauigkeit von etwa 20 Zentimetern, was zum Beispiel beim Düngen völlig ausreichend ist. Hier wird der Fahrer mit einem Bildschirm in der Kabine geleitet, ähnlich einem Navi im Auto. Selbstlenkende Systeme zur Entlastung des Fahrers sind die nächste Stufe. Die automatische Steuerung wird entweder direkt auf dem Lenkrad oder in dessen Verzahnung montiert.

Vielfältige Einsparpotenziale

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Die “Königsklasse” sind selbstlenkende Spurführungssysteme, die ein RTK-Signal nutzen. RTK bedeutet Real Time Kinematik, also Echtzeitbewegung. Es ist ein Korrekturtool, mit dessen Hilfe die Genauigkeit von GPS-Daten drastisch verbessert werden kann. Bis zu 2,5 Zentimeter maximale Abweichung kann ein RTK-gestütztes Spurführungssystem errechnen. Die Positionsdaten werden gespeichert und das System merkt sich den gefahrenen Weg und kann ihn immer wieder fahren. So ist bei weiteren Arbeiten am gleichen Acker gewährleistet, dass es zu keinen Beschädigungen der Pflanzen kommt. Ideal für das Arbeiten in Reihenkulturen. Die Effizienzpotenziale solcher Systeme sind vielfältig. Durch die präzise Fahrweise gibt es weniger Schäden an den Kulturen. Die kürzeren und effizienteren Wege verhindern Überlappungen und sparen Treibstoff und Zeit. Der Fahrer wird entlastet und kann im Idealfall den Traktor kurze Wege allein fahren lassen um bei den Arbeiten mitzuhelfen. So kann sich ein Spurführungssystem schon bei kleineren bis mittleren Betriebsgrößen schnell bezahlt machen. Solche Systeme sind auf allen gängigen Traktormodellen nachrüstbar. Für Lenkassistenen oder Lenkautomaten in Neufahrzeugen beziehungsweise zum Nachrüsten gibt es übrigens Förderungen. Informationen und Anträge in den jeweiligen Bezirkskammern.

 

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