14 „Pilotpfarren“ gehen neue Wege

Seit zwei Jahren experimentieren 14 steirische Pfarren mit neuen Ansätzen in der Pastoral. Nun gibt’s eine erste Zwischenbilanz.

Relativ ruhig und abseits der öffentlichen Diskussion haben 14 so genannte „Pilotpfarren“ in der Katholischen Kirche Steiermark begonnen, ihr tägliches Wirken und Arbeiten zu erneuern. Unter dem Titel „Weg 2018“ sollen folgende Ziele verwirklicht werden: Die Freude am Glauben stärken, die Seelsorge in der Diözese neu ausrichten und als Kirche die Gesellschaft mitgestalten.

Leben vor Ort

Projektkoordinator Walter Schreiber: „Katholische Kirche erneuert sich ständig. Öffentlich werden vornehmlich Fragen der Weltkirche, etwa der Zölibat oder die Zulassung zu Sakramenten diskutiert. Nicht minder wichtig sind jedoch die Fragen des alltäglichen Lebens. Diese können nur teilweise durch päpstliche Enzykliken oder Bischofsbriefe geklärt werden. Viel wichtiger dafür ist das Leben vor Ort, dessen Erneuerung ist Wesenskern des Pilotpfarrenprojekts.“

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Thomas Bäckenberger, Generalsekretär des „Weg2018“: „Wir lernen in den Pilotpfarren wie wir Qualitätskriterien, die im Zukunftsbild benannt sind, gut leben und umsetzen können.“ Ende 2015 hatten sich 14 Pfarren zu einer Teilnahme entschieden, sie bildeten zuallererst Innovationsteams. Diese starteten dann eine Seminarreihe, die von Georg Plank (pastoralinnovation.at) durchgeführt wird.

Ergebnisse

Nun gibt’s erste Beispiele: In Ottendorf (Pfarrverband Ilz) etwa werden nun alle strategischen Aufgaben von einem ehrenamtlichen Leitungsteam wahrgenommen. In Koglhof wurde ein „Kinderkonzil“ einberufen, um die Kinder selbst zu fragen, welche Bereiche für sie in der Kirche interessant sind. In St. Josef in der Weststeiermark wurden folglich neue Orte des Feierns gefunden, etwa bei den „Mondscheinwanderungen“ in Zusammenarbeit mit der örtlichen ARGE Theaterdorf. Und in St. Stefan in der Weststeiermark hat man eine „Trosttasche“ entwickelt, die hilft, mit Kindern über Todesfälle zu sprechen.

Und wie geht es weiter? Das Projekt wird noch bis zum Sommer 2019 fortgeführt. Dann stellen die Verantwortlichen die Ergebnisse allen Pfarren und Einrichtungen der Katholischen Kirche in der Steiermark zur Verfügung. In der Folge wird auch entschieden, ob weitere „Piloten“ starten.

Beitragsbild: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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