Basilika Mariatrost wird renoviert

von Karl Brodschneider

Die beliebte Kirche Mariatrost am Mariatroster Purberg wird in den nächsten zehn Jahren umfassend renoviert und entwickelt.

Auf der einen Seite ist Mariatrost eine Kirche, und auf der anderen ein wichtiger Wallfahrtsort. Als einzige Basilika in Graz ist sie ein bedeutendes steirisches Kulturgut. Mit ihrer ruhigen, einmaligen Stadtrand-Lage am „grünen Purberg“ lockt sie immer mehr Besucher an. Einerseits können sie in der Basilika Trost finden, andererseits auch Kraft und Hoffnung für ihr Leben.

Das Ziel der Renovierung ist, die Basilika wieder im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Dadurch soll das Gebäude wieder interessanter für die Leute werden. Wichtig dabei ist, dass die einzigartige Basilika von Graz in einen Ort der Spiritualität, aber auch der Kultur und der Wallfahrt verwandelt wird.

Das im Zeitraum von 2020 bis 2030 geplante Projekt umfasst drei Teilabschnitte: Die Innenrenovierung mit speziellem Fokus auf den Sakralraum und die Errichtung des „Mariatrosters Begegnungszentrums.“ Weiters den Kirchplatz inklusive seiner Kirchplatzhäuser mit der Angelusstiege. Das Gesamtvolumen dieses Bauvorhabens soll sich auf rund acht Millionen Euro belaufen, wobei die Hälfte in den nächsten drei Jahren investiert wird.

Innenrenovierung

Mit der Innenrenovierung wurde als erstes begonnen, da dort das Herzstück der Kirche, der Hochaltar mit dem Gnadenbild der Muttergottesstatue, liegt. Einige Reinigungsarbeiten von Fresken, Wandoberflächen und dem gesamten Inventar werden bearbeitet. Zusätzlich steht auch der Hochaltar ganz oben auf der Liste. Darüber hinaus wird auch die Orgel gereinigt, was man alle zehn Jahre machen sollte. Ebenso die Instandsetzung des Fernwerkes, was die Renovierung schon sehr nötig hat.

Das Begegnungszentrum soll im Nordtrakt gebaut werden, welcher der Kern der Neuentwicklung darstellt und daher vorrangig umgesetzt werden soll. Momentan ist der Nordtrakt aufgrund seines Bauzustandes nur zum Teil benutzbar und bedarf einer dringenden Renovierung. Durch die Errichtung des „Begegnungszentrum“ soll es möglich sein, das Stadt bzw. Bezirk, Land und Kirche es voll und ganz nützen können. Daher kann es sowohl als Kultur- und Tourismusort, aber auch für spirituelle Vorhaben oder als Ankunftsort für viele Pilger und Wallfahrer genutzt werden.

Kirchplatz und Angelusstiege

Durch diese Renovierung soll der Berg zu einem noch „grüneren Berg“ werden. Er kann nicht nur zum „Auszeit-Nehmen“ genutzt werden, sondern ebenso auch für etwaige sportliche Aktivitäten oder lange Spaziergänge. Durch ein geplantes Cafe am Kirchplatz und ein Basilika-Regionalshop können die Besucher ideal verköstigt werden. Vor allem regionale Betriebe führen die Renovierung durch.

Die 1779 erbaute Basilika ist das „Grazer Barockjuwel im Grünen“ schlecht hin. Durch ihre gelb-weiße Farbe erstrahlt die Kirche. Ebenso das angeschlossene ehemalige Klostergebäude im Herzen des Stadtrandes ist ein Augenfang. „Gelb-weiß stehen für die Farben des Vatikans“, erklärt Dietmar Grünwald, Projektleiter und Provisor der Pfarre Mariatrost.

Sie lädt jedes Jahr unzählige Pilger und Wallfahrer ein, ihre Schönheit zu bewundern. Aber auf der anderen Seite kann man sich auch mit der Mutter Maria auseinandersetzen. Die Basilika verbirgt eine wechselhafte Geschichte, welche durch den Glauben der Menschen geprägt wurde. Vor allem dies ließ die Kirche über die Zeit zu der zweitgrößten Wallfahrtskirche der Steiermark wachsen.

Basilika Mariatrost Komitee

Das für die Sanierung der Basilika Mariatrost gegründete Komitee mit der Statue der Muttergottes, die ebenfalls saniert wird.

Die 1999 erhobene Sonderstellung „Basilika minor“ von Papst Johannes Paul II nimmt unter den Kirchen eine Sonderstellung ein. Besonders durch die Bindung an den Stuhl Petri ist sie weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die Kirche ist Hoffnungsort für Auswärtige aus der ganzen Steiermark. Darüber hinaus besitzt sie auch internationalen Charakter mit Pilgern aus Slowenien, Ungarn und Italien.

Großer Frauentag

Natürlich wurde der „Große Frauentag“ am 15. August auch in Mariatrost mit einem Festgottesdienst gefeiert. Das Fest am 15. August, das „Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel”, setzt Ostern, die Auferstehung und schließlich Christi Himmelfahrt fort. Es bringt alles mit Maria in Verbindung. Während in den westlichen Osterbildern der Auferstandene oft allein dargestellt wird, nimmt er in den ostkirchlichen Osterikonen Adam und Eva an der Hand. Er holt sie aus der Todes-Welt heraus ins Leben.

Seine Auferstehung hat mit uns allen zu tun. Sie bewirkt und ermöglicht unsere Auferstehung. „Dieser Feiertag gibt uns allen in unserem Leben Hoffnung”, sagt Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Genau das bringt das Fest am 15. August zum Ausdruck, hier am Beispiel von Maria, der „neuen Eva”. Ihr wird als Urbild des von Jesus erlösten Menschen das bleibende, ewige Leben bei Gott geschenkt.

„Ich gehe, um euch einen Platz zu bereiten”, hatte schon der irdische Jesus nach dem Zeugnis des Johannes-Evangeliums den Jüngern verheißen. Bischof Wilhelm Krautwaschl: „Auch in den leidvollsten Erfahrungen des menschlichen Daseins lässt uns Gott nicht allein. Unser Leben ist nicht eingezwängt zwischen Geburtsurkunde und Totenschein, sondern ist auf ewig eingeschrieben in seine Liebe.”

Erlösung

Ein „höchst poetisches Fest” ist Mariä Himmelfahrt für den Theologen und „Festprofi” Karl Veitschegger. An Maria werde bildhaft gezeigt und gefeiert, was Erlösung bedeutet. „Erlöst sind wir, wenn alles in Liebe angenommen und geheilt ist, was wir in diesem Leben erfahren. Das heißt also, was wir genießen oder erleiden, erkämpfen oder verlieren, wofür wir uns schämen und worauf wir stolz sind, woran wir scheitern und was wir von Herzen lieben.”

Dazu gehöre auch das Misslungene und Zerbrochene, das in dieser Welt nicht Heilbare. „Gott sieht alles in Güte an, will es aufnehmen, annehmen, heilen und vollenden. Das bedeutet für mich die alte Formel: ‘mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen’.”

Bischof Wilhelm sagt: „Wie wohltuend es dann doch ist, angesichts der Aufnahme Mariens in den Himmel zu glauben, dass diese Welt und alles in ihr, also auch unser Menschsein, mit Haut und Haaren, unsere Beziehungen und alles, was uns ausmacht, bei Gott bedeutsam ist.”

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel will unsere Hoffnung stärken. Damit ist nicht erst die Hoffnung auf ein gutes Lebensende und für danach gemeint, sondern auch die Hoffnung, die wir schon in diesem Leben brauchen. Das gilt gerade in Zeiten einer unkontrollierbaren Pandemie, die uns Angst macht. Stets gelte: Unser Menschsein als Summe von Körper und Geist hat immer Bedeutung für das Leben auf ewig mit Gott, so Bischof Wilhelm. Und so könne die Kirche als einer der letzten Anwälte für die Menschenwürde von Anfang bis zum natürlichen Lebensende betrachtet werden.

 

Beitragsfotos: Gerd Neuhold, Gernot Ambros

 

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