Weichberger

Im Interview: Franz Uller

von Karl Brodschneider

Franz Uller, Bauernbund-Spitzenkandidat für den Bezirk Südoststeiermark, über seinen Rückhalt in den Gemeinden und seine Arbeitsschwerpunkte.

 

NEUES LAND: Haben Sie es schon lang angestrebt, den Bezirksbauernbund zu leiten und Kammerobmann zu werden?

Franz Uller: Das war so in meiner Lebensplanung eigentlich gar nicht vorgesehen. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu bereit erklärt, mich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen und habe das alles auch mit meiner Familie besprochen.

NL: Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Uller: Wenn ich etwas mache, dann mache ich es ordentlich und mit vollem Einsatz! Schon als Bürgermeister habe ich immer darauf geschaut, wie eine Lösung ausschauen kann und wie wir das anstehende Problem meistern können.

Viel Rückhalt

NL: Wie sind die letzten Wochen bei Ihnen abgelaufen und wie haben Ihre Freunde und Bekannten auf Ihre Entscheidung reagiert?

Uller: Ich habe sehr viele Rückmeldungen bekommen, die alle durchwegs positiv waren. Das hat mich sehr gefreut und gibt mir Rückhalt für die Zukunft. Ich nahm in den letzten Wochen an vielen Videokonferenzen teil und hatte sehr viele Kontakte mit den Verantwortlichen in den Bauernbund-Ortsgruppen, die ich bisher teilweise gar nicht gekannt habe. Ich habe das Glück, dass sie die kommende LK-Wahl ernst nehmen und für die Sache brennen und laufen werden.

NL: Beschreiben Sie kurz den Bezirk Südoststeiermark!

Uller: Unser Bezirk hat jetzt 26 Gemeinden und ist mit über 5000 landwirtschaftlichen Betrieben der größte Agrarbezirk Österreichs, 3500 davon geben einen Mehrfachantrag ab. Die landwirtschaftliche Nutzfläche macht 62 Prozent der Bezirksfläche aus und wir haben eine große Dichte an Schweine- und Geflügelbetrieben.

NL: Wo werden Sie bei Ihrer Arbeit Schwerpunkte setzen?

Uller: Das sind die Rahmenbedingungen für Ackerbaubetriebe und tierhaltende Betriebe, die Herkunftskennzeichnung und das Tierwohl. Auch die Ideen der NGOs möchte ich einbremsen, denn wir wissen es selbst, was zu tun ist und brauchen keinen, der uns erklärt, wie Landwirtschaft zu funktionieren hat. Persönlich möchte ich auch wichtige Akzente im Bereich Boden setzen.

Bodenfruchtbarkeit

NL: Was macht den Boden für Sie so wichtig?

Uller: Fruchtbare und humusreiche Böden sind nicht nur für uns Bauern sehr wichtig, sondern für die ganze Gesellschaft und die Gemeinden. Speziell bei der Bearbeitung und Begrünung unserer Böden will ich meine Begeisterung und Überzeugung an alle Bauern weitergeben. Diesbezüglich kann ich auch auf die gute Arbeit in der Landwirtschaftskammer mit ihrem Boden-Humus-Zentrum sowie auf die Klimawandel-Anpassungs-Modellregionen im Bezirk und das Steirische Vulkanland setzen. Sie alle helfen bei der Umsetzung einer humusmehrenden Bodenbewirtschaftung.

NL: Wie sehen Sie die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie?

Uller: Im Schweinebereich bekommen wir die Auswirkungen der weltweiten Pandemie voll zu spüren. Da muss seitens der Politik rasch etwas gemacht werden. Und ich hoffe auch, dass wir die Vogelgrippe und Afrikanische Schweinepest von uns fernhalten können, sonst wäre das eine Katastrophe.

NL: Wenn Sie einen Blick in die nähere Zukunft werfen, wo wollen Sie die Landwirtschaft sehen?

Uller: Dass der Bauer Klima-Ausgleichszahlungen für die CO2-Speicherung im Boden erhält, dass auch immer mehr Landwirte bei ihren Berufskollegen einkaufen und dass die Bauern und Bäuerinnen mehr positiv denken. Ich für meinen Teil möchte dazu beitragen, das ist meine Motivation.

Zur Person

Franz Uller (49) bewirtschaftet mit seiner Familie einen gemischten landwirtschaftlichen Betrieb mit konventioneller Tierhaltung (8400 Masthühner) und Direktvermarktung (Holzofenbrot). Er ist Absolvent der Fachschule Hatzendorf. Von 2003 bis 2015 war er Bürgermeister von Raabau, seit November 2020 ist er Bauernbund-Bezirksobmann.

 

Beitragsfoto: Steirischer Bauernbund

 

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