Gute Ernte, aber ganz schlechte Vorzeichen

Zuckerrübenbauern, Konrad

Die heimischen Zuckerrübenbauern befinden sich in einem Stimmungstief und kämpfen gleich an mehreren Fronten mit großen Problemen.

Die Stimmung unter den heimischen Zuckerrübenbauern befindet sich am Tiefpunkt, denn die Zukunft dieser wichtigen Produktionssparte ist mehr als ungewiss. Schuld daran ist das ab 2019 geltende europaweite Verbot von Neonicotinoiden bei der Bekämpfung der Schädlinge wie Rübenrüsselkäfer oder Moosknopfkäfer. Die EU begründete diese Entscheidung mit dem Schutz der Bienen. Christian Konrad, Obmann der steirischen Zuckerrübenbauern, wertet diesen Beschluss der EU-Mitgliedsstaaten aber als Kniefall gegenüber einigen Umweltschutzorganisationen. Und er sieht die Ackerbauern an einem Scheideweg angekommen: „Ohne Pflanzenschutz gibt`s keine Ernte!“

Das Verbot des Neonicotinioden-Einsatzes bedeutet für die Bauern nicht nur einen wesentlichen Mehraufwand – alternativ müssen sie jetzt mehrmals im Jahr flächendeckend Insektizide einsetzen – sondern hat einen weiteren Haken. Manche EU-Länder wie zum Beispiel Ungarn umgehen das Verbot, beschließen eigene Notfallverordnungen und erlauben damit weiterhin den Neonicotinoiden-Einsatz. Dadurch wird die Wettbewerbssituation für die heimischen Zuckerrübenbauern verschärft.

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Quoten weggefallen

Dabei haben die Landwirte – die 50 steirischen Zuckerrübenbauern bewirtschaften eine Fläche von 280 Hektar – seit einem Jahr mit noch einer kritischen Wettbewerbssituation schwer zu kämpfen. Nach dem Quoten-Wegfall wurde der Rübenanbau in der EU um 16 Prozent beziehungsweise 240.000 Hektar ausgeweitet. Seither haben ein aggressiver Preiskampf und Verdrängungswettbewerb eingesetzt. Der internationale Marktpreis für Weißzucker sackte innerhalb kurzer Zeit von 500 Euro je Tonne auf deutlich unter 400 Euro ab.

Was die heurige Zuckerrübenernte – sie begann in dieser Woche – betrifft, rechnet Konrad mit einem Durchschnittsertrag. Das sind etwa 75 Tonnen pro Hektar. In Niederösterreich und Oberösterreich sind`s in manchen Dürregebieten aber viel weniger. Zusätzlich wurden dort Tausende Hektar vom Rübenrüsselkäfer fast leergefressen.

Beitragsbild: Brodschneider Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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