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Erfolgreiche Getreideernte

von Karlheinz Lind

Die heurige Getreideernte wurde in der Steiermark zur großen Überraschung. Auf guten Böden konnten Rekorderträge eingefahren werden.

Das Jahr 2021 hat der Steiermark stolze Getreidebauern gebracht.“ Mit diesen Worten beschreibt Arno Mayer, Leiter der Pflanzenbauabteilung in der Landwirtschaftskammer, die heurige Getreideernte. „Wir sind bei den Erträgen im oberen Durchschnitt, auf guten Böden gibt es teilweise auch Höchsterträge und das bei guten Preisen“, so Mayer weiter. Trotz der schwierigen Anbauverhältnisse im Herbst des vergangenen Jahres und relativ dünnen Beständen im Frühjahr haben sich die Kulturen extrem gut entwickelt. Laut Mayer haben sich die niedrigen Temperaturen im Mai sehr positiv auf die Entwicklung ausgewirkt. Überraschenderweise hat auch das Sommergetreide mit guten Erträgen bei der Getreideernte glänzen können. „Die Haupternte ist praktisch abgeschlossen und unsere Bauern können auf ein erfolgreiches Getreidejahr zurückblicken“, so Arno Mayer weiter. Zumindest dort, wo nicht schwere Unwetter bereits im Vorfeld große Schäden angerichtet haben. Die Qualität des geernteten Getreides ist ebenfalls zufriedenstellend. Dazu Mayer: „Sowohl die Hektolitergewichte als auch die Eiweißgehalte lagen über dem Durchschnitt.“ Hier zeigt sich der positive Effekt des Wirtschaftsdüngereinsatzes besonders.

Gegensätze

Anders sieht es hingegen im restlichen Österreich aus. Hier liegen die Durchschnittserträge auf dem Niveau der letzten Jahre, wie Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria (AMA), bei der traditionellen Erntebilanz kürzlich mitteilte. Die heurige Getreideproduktion wird in Österreich derzeit auf rund 2,9 Millionen Tonnen geschätzt und liegt durch Flächenrückgänge und etwas geringere Hektarerträge um zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau sowie auch unter dem Fünfjahresschnitt von 3,1 Millionen Tonnen.

„Wetterextreme bereiten zunehmend Probleme und machen Prognosen immer schwieriger. Hagel, Sturm und Starkregen haben die Landwirtschaft in den letzten Wochen regional schwer getroffen“, sagte Griesmayr. Österreich sei aber weiterhin mit dem bedeutenden Grundnahrungsmittel Getreide sowohl mengenmäßig als auch qualitativ gut versorgt.

Steigende Preise

Die Vermarktungssaison der Ernte 2021 startet im Inland auf einem höheren Preisniveau als im Vorjahr. Qualitätsweizen wurde an der Wiener Produktenbörse Anfang August um 25 Prozent höher bewertet, Mais für Futterzwecke lag sogar um 52 Prozent darüber, wobei die meisten Landwirte die Maismengen in der Erntephase (Oktober bis Dezember 2020) mit deutlich niedrigeren Preisen vermarkteten. Futtergerste wird aufgrund der erhöhten Futtermittelnachfrage um 37 Prozent höher gehandelt als vor einem Jahr. Ab Jänner 2021 gab es vor allem durch den Importbedarf Chinas einen steilen Anstieg der internationalen Mais- und Sojapreise, was sich zeitverzögert und verstärkt durch die Exportbeschränkungen Russlands zusätzlich auf die Weizenpreise wirkte.

Für Herbstkulturen wie Mais, Sojabohnen, Sonnenblume und Ölkürbis begann das Jahr 2021 mit einer sehr kühlen, langsamen Jugendentwicklung. Im Mai und Juni konnte der Vegetationsrückstand aufgeholt werden. Somit hofft man nach derzeitigem Stand auf gute Hektarerträge.

 

Beitragsfoto: agrarfoto.com

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