Die Vorzeichen stehen gut

von Karlheinz Lind

In den letzten Wochen haben sich die steirischen Kartoffelbestände gut entwickelt. Nun wartet man sehnsüchtig auf Niederschläge.

Leichtes Aufatmen herrscht derzeit am Betrieb von Reinhard Finster in Feldkirchen bei Graz. Er hat sich gemeinsam mit seinem Sohn Andreas dem Kartoffelanbau im Grazer Feld verschrieben. „Wir haben heuer bereits am 10. März unsere Frühkartoffeln gelegt, rund drei Wochen früher als im Vorjahr“, so Reinhard Finster. Derzeit weisen die Kartoffelbestände eine Wuchshöhe von gut 20 Zentimeter auf und entwickeln sich prächtig. Falls der dringend notwendige Niederschlag eintrifft, kann man auf einen Erntestart in der letzten Maiwoche hoffen. Der engagierte Kartoffelbauer weiter: „Nach den großen Problemen mit dem Spätfrost in den letzten Jahren können wir heuer nur hoffen, dass wir diesmal verschont bleiben.“

Drahtwurm

Angesprochen auf die Drahtwurm-Problematik erklärt Finster: „Der Drahtwurm ist eine ständige Bedrohung für uns. Im vergangen Jahr sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.“ Grundsätzlich fühlt sich dieser Schädling auf leichten Böden nicht so wohl. Ein Befall, wie 2018 im Osten Österreichs massiv aufgetreten, hat nämlich verheerende Folgen. In Kartoffeln fressen die Drahtwürmer Bohrgänge in die Tochterknollen. Die so geschädigten Partien können nicht mehr als Speise-, Veredelungs- oder Pflanzkartoffeln vermarktet werden und sind darüber hinaus kaum lagerfähig. Das würde den Betrieb Finster besonders hart treffen, denn am Hof werden die eigenen Kartoffeln weiterverarbeitet. Reinhard Finster: „Wir schälen und kochen unsere Ware am Hof und vermarkten diese dann über die Gastronomie in der Steiermark und in Kärnten. Sind Knollen vom Drahtwurm angefressen werden sie zur Gänze unbrauchbar.“

Im Bezug auf die Bekämpfung des gefräßigen Schädlings zeigt sich Finster enttäuscht: „Wir halten alle Gesetze ein, lassen unsere Feldspritzen überprüfen und führen genaue, schlagbezogene Aufzeichnungen. Trotzdem werden wir in der Öffentlichkeit ständig verunglimpft.“ Auch die Liste an zugelassenen Wirkstoffen wird ständig kleiner. Das bestätigt auch Karl Mayer, Ackerbauexperte der Landwirtschaftskammer Steiermark: „Je stärker man Landwirte in der Produktion einschränkt, desto weniger heimische Produkte wird es geben.“

Wirkstoffe

Grundsätzlich sind derzeit Insektizide zur Bekämpfung zugelassen, die jedoch einerseits sehr teuer sind und andererseits in ihrer Wirkung gegen den Drahtwurm nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Somit wird man sich auch heuer wieder auf eine Notfallzulassungen von bestimmen Wirkstoffen verlassen müssen, um die heimischen Kartoffelbestände zu schützen.

Info: https://www.erdaepfelbau.at/

 

Zum Beitragsbild: Christian Finster und Sohn Andreas führen einen Ackerbaubetrieb in Feldkirchen bei Graz. Der Schwerpunkt liegt im Kartoffelanbau und in der Veredelung.

Beitragsbild: Lind

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