Bauer der Woche: Stefan Grantner

von Karlheinz Lind

Viele Jahre war Stefan Grantner aus Weißkirchen außerhalb der Landwirtschaft tätig. Seit knapp einem Jahr ist er wieder Vollerwerbslandwirt und das bereitet ihm große Freude.

Beinahe im Minutentakt öffnet sich die automatische Eingangstür zum neu gestalteten 24-Stunden-Hofladen der Familie Grantner in der Ortschaft Möbersdorf in der Gemeinde Weißkirchen in Steiermark. Das freut Landwirt Stefan Grantner (35) besonders, da er sein ganzes Herzblut in den Umbau des bestehenden Hofladens gelegt hat. Gemeinsam mit Gattin Marlies und seinen Eltern Karl (59) und Eva Maria (54) – sie sind die Betriebsführer – bewirtschaftet der zukünftige Hofübernehmer und zweifache Vater den Milchviehbetrieb vulgo Untermoar. Auch die Großeltern Christine und Johann leben im gemeinsamen Haushalt und helfen mit.

Milchvieh

Am Hof werden 26 Fleckviehkühe samt weiblicher Nachzucht, also insgesamt 60 Stück Vieh, gehalten. Der Absolvent der LFS Hafendorf erklärt: „Bei uns hat die Direktvermarktung schon eine lange Tradition. Bereits seit Jahrzehnten werden Milch – wir waren eine der ersten mit einem Milchautomat – und Kartoffeln sowie bereits seit 1996 selbst erzeugtes Joghurt und seit 2009 Kürbiskernöl aus dem Murtal ab Hof verkauft.“ Seit Herbst 2019 wurde die Vermarktung auf neue Beine gestellt. Grantner weiter: „Wir hatten immer fixe Öffnungszeiten, doch der stetige Zuwachs an Kunden und der dadurch verbundene Mehraufwand erforderte ein neues Vertriebskonzept. Deshalb stellten wir im September 2019 auf Verkauf mittels Automaten um und im letzten Jahr wurde der Verkaufsraum, die Milchverarbeitung und die Lagerräume im alten Stall untergebracht.“

Rund um die Uhr

Deshalb wurde der Umbau genau geplant und das gesamte Vermarktungssystem auf Selbstbedienung umgestellt. Zwei große Verkaufsautomaten mit Bar- und Kartenbezahlsystem bilden das Zentrum der Erneuerung. Doch auch andere Produkte können über den Automaten bezahlt und dann aus dem Regal entnommen werden. Der dynamische Landwirt schildert seine Erfahrungen damit: „Unsere Kunden sind wirklich sehr fair und ehrlich. Alle Produkte, die entnommen werden, werden auch bezahlt.“

Der Umbau des Verkaufsraumes sowie der Verarbeitungsräume wurde zum Großteil in Eigenregie durchgeführt. Dafür hat Stefan Grantner auch das nötige Rüstzeug. Denn nach dem Grundwehrdienst hat der tüchtige Landwirt die Lehrabschlussprüfung zum Maschinenbautechniker an der LFS Hafendorf abgelegt, von 2010 bis 2014 die Abend-HTL in Kapfenberg absolviert und bis April des vergangenen Jahres bei der Imerys Talc Austria GmbH, einem Bergbauunternehmen, als Instandhaltungs- und Projektleiter gearbeitet.

Die Freude über die Rückkehr auf den Hof ist jetzt besonders groß: „Ich hatte einen tollen und anspruchsvollen Job, doch jetzt bin ich sehr froh, meine Ideen und mein erlerntes Wissen in unserem Betrieb umsetzen zu können.“

Ackerbau

Und Arbeit gibt es am Hof mehr als genug. Denn ein weiteres wichtiges Standbein des Betriebes ist der Ackerbau. Neben den zwölf Hektar Grünland werden auch gut 50 Hektar Ackerflächen bewirtschaftet. Dabei liegt der Schwerpunkt neben dem Maisanbau für Eigenverbrauch und Vermarktung in der Saatgutvermehrung für Kartoffeln und Steirischen Ölkürbis. Stefan Grantner: „Mein Vater ist Obmann des Saatbauvereins Murboden. Deshalb widmen wir uns diesem Bereich schon seit vielen Jahren.“ Besonders stolz ist man am Hof auf den Anbau von Braugerste für die Brauerei Murau.

Das Resümee des zukünftigen Hofübernehmers: „Meine Eltern haben in den letzten Jahrzehnten tolle Arbeit geleistet. Ich darf nun gemeinsam mit meiner Familie dieses Unternehmen weiterführen.“

Zur Person

  • Stefan Grantner (35)
  • Absolvent der LFS Hafendorf und gelernter Maschinenbautechniker
  • Möbersdorf 9, 8740 Zeltweg
  • Milchviehbetrieb mit Ackerbau (Saatgutvermehrung) und Direktvermarktung
  • Verheiratet mit Marlies, Töchter Marie und Lara
  • Gemeinderat und BB-Obmann-Stellvertreter
  • E-Mail: stefan.grantner@ainet.at

Beitragsfoto: Lind

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