Weichberger

Bauer der Woche: Reinhard Kogler

von Karl Brodschneider

Der Murtaler Reinhard Kogler war Landjugend-Bundesobmann und Versicherungsdirektor und ist trotzdem immer ein Bauer geblieben.

 

Reinhard Kogler bittet seinen Besuch ins Bauernhaus und verweist auf die Steintafel im Eingangsbereich. Darauf sind markante Ereignisse der Hofgeschichte aufgezählt. Demnach erfolgte schon 1382 die erste urkundliche Erwähnung des „Schafhofes“ in der Zeit der Ritter und Burggrafen von Eppenstein. Heute gibt es am Hof längst keine Schafe und auch keine Rinder mehr. Im Stall herrscht trotzdem reges Treiben. Die Tiere heißen „Norlande“, „Felice“ oder „Shanell“ und sind Einstellerpferde. „Vor 20 Jahren habe ich mit dem Pferdebetrieb begonnen“, berichtet Kogler.

Karriereleiter

Reinhard Kogler

Seit rund 20 Jahren hat Reinhard Kogler auf seinem Hof in Schoberegg Einstellerpferde.

Eigentlich hätte die bäuerliche Tätigkeit die Lebensgeschichte des Landwirtschaftsmeisters (1973) bestimmen können, wenn da nicht seine Arbeit in der Versicherungsbranche gewesen wäre. In der Generali Versicherung stieg er die Karriereleiter hoch und war von 1979 bis 1989 sogar deren Landesdirektor. Trotzdem ist der heute 73-Jährige in seinem Innersten Bauer geblieben und bewirtschaftet noch immer selbst seinen 40 Hektar großen Wald samt seiner „Schafferbauer Huam“. Kogler spricht dabei liebevoll von „seiner Alm“. Nebst dem einfachen Alm-Haus samt Rauchkuchl befindet sich hier auch ein altes Stallgebäude, in dem er Geräte aufbewahrt, mit denen er als Kind noch selbst gearbeitet hat: Leiterwagen, Blochschlitten, Ahrn und anderes mehr.

Die Alm

Die “Schafferbauer Huam” nennt Reinhard Kogler auch liebevoll “Alm”.

Und rundherum ist sein Wald, den er über alles liebt. „Ich bin auch Mitglied im Arbeitskreis Forst der Landwirtschaftskammer“, berichtet der Murtaler und erzählt, dass er ganz stark auf die Naturverjüngung setzt und damit sehr erfolgreich ist. „Freunde fragen mich immer, warum ich mir das alles in meinem Alter noch antue“, lässt er wissen und gibt rasch die Antwort darauf: „Weil ich das alles halt so gerne mache!“

LJ-Bundesobmann

Kogler hat auch eine besondere Landjugend-Vergangenheit. Von 1970 bis 1974 war er Landesvorstandsmitglied, davon von 1972 bis 1974 Landesobmann. Von 1974 bis 1978 war er Bundesobmann. „Wir haben damals in der Steiermark den 4×4-Bewerb ins Leben gerufen, der heute noch immer erfolgreich läuft. Und in meiner Zeit als Bundesobmann sind wir beim Pflügen zu einer wahren Größe geworden.“ In seiner Zeit stellte die Landjugend nämlich mit Hermann Altmann (1976) und Franz Rainer (1977) zwei Weltmeister. Kogler bedauert, dass die für heuer in Irland geplante Pflüger-WM coronabedingt bereits abgesagt werden musste.

Zur Person

Reinhard Kogler (73) lebt mit seiner Familie in St. Margarethen bei Knittelfeld. Sein Bauernhof befindet sich aber in Schoberegg 44, 8741 Weißkirchen. Seine Betriebsschwerpunkte sind Einstellerpferde und die Forstwirtschaft. Er war in den 1970er Jahren Landes- und Bundesobmann der Landjugend. Zehn Jahre war er Landesdirektor der Generali Versicherung. Seit 1972 ist er schon Mitglied des Steirischen Bauernbundes.

 

Beitragsfotos: Brodschneider 

 

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