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Bauer der Woche: Helmut Ofner

von Karl Brodschneider

Helmut Ofner aus Kammern im Liesingtal ist Familienvater, Bauer sowie Unternehmer und findet trotzdem noch für die Arbeit in der Bauernvertretung und Feuerwehr Zeit.

 

Schon in den Anfangsmonaten der Corona-Pandemie ist Helmut Ofner aufgefallen, dass die Konsumenten verstärkt zu Lebensmitteln aus der Region greifen. In seinem Fall sind es Kartoffeln. Er und Gattin Marianne haben heuer auf 1,1 Hektar Erdäpfel angebaut. Nahezu die gesamte Ernte wird daheim am Brunner-Gut in Dirnsdorf vermarktet. „Meine Frau und ich staunen, von wo die Käufer überall herkommen“, gesteht der 38-Jährige und glaubt, dafür zwei Gründe zu kennen. Einerseits ist dieses Ab-Hof-Angebot in der von der Bezirksbauernkammer Leoben herausgebrachten Broschüre „Vom Bauern auf den Tisch“ ebenso wie alle anderen Betriebe im Bezirk Leoben, die auf Direktvermarktung setzen, angeführt. Andererseits machte er dafür auch auf der Homepage seiner eigenen Firma „A-Team-Dienstleistungen“ Werbung. Seit 13 Jahren bietet er in seinem Heimatbezirk Grünraumpflege und Winterdienst an. Mittlerweile beschäftigt er bereits acht Mitarbeiter.

Brunner Gut

Der Bauernhof vulgo Brunner Gut in Dirnsdorf zählt zu den ältesten Höfen in der Gemeinde Kammern im Liesingtal.

Das Kerngeschäft am Brunner-Gut – urkundlich nachgewiesen als einer der ältesten Bauernhöfe in Kammern im Liesingtal– ist nach wie vor die Milchwirtschaft. „Im Jahr 2011 haben meine Gattin Marianne und ich den Betrieb übernommen“, erzählt Helmut Ofner und merkt an, dass seine Eltern nach wie vor mit viel Einsatz am Hof mitarbeiten. Die Milch der aktuell 22 Braunviehkühe wird an die Berglandmilch geliefert. „Ich war zwölf Jahre lang Mitglied im Arbeitskreis Milch. Wir hatten schon fast 9000 Kilo Stalldurchschnitt, haben aber aus Zeitgründen reduziert“, sagt Ofner.

Gemeinschaftsmaschinen

Das Brunner-Gut mit 27 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 12 Hektar Pachtfläche, und 15 Hektar Wald ist seit vielen Jahren Mitgliedsbetrieb beim Grünen Bericht. „Das bringt uns sehr viel“, betont der redegewandte Bauer und macht auf noch etwas aufmerksam: „Wir haben alle Traktoren und sonstigen Maschinen wie Güllefass, Miststreuer oder Ladewagen in Gemeinschaft!“ Weiters lässt er wissen, dass er Absolvent der Fachschule Hafendorf ist und auch die Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister abgelegt hat. „Das war mir sehr wichtig, weil ich damit das in meiner Hafendorfer Schulzeit Gelernte vertiefen konnte“, so Ofner.

Eigentlich wäre er mit der Arbeit am Bauernhof und in seiner Firma schon genug ausgelastet, trotzdem findet Helmut Ofner Zeit, sich in der Öffentlichkeit zu engagieren. Er ist Vorstandsmitglied in der Bauernbundortsgruppe Kammern und auf die aktuell von der Bauernschaft in der Gemeinde durchgeführte Biodiversitätsaktion „Natur schafft Solidarität“ besonders stolz. Seit heuer ist er auch Bezirkskammerrat. Seine Motivation dafür: „Man kann nicht nur schreien und fordern, man muss auch selbst aktiv mittun, um Veränderungen und Verbesserungen zu erwirken!“

Freiwillige Feuerwehr

Am lautesten schlägt sein Herz aber für die Feuerwehr. Schon als 22-jähriger Mann wurde er stellvertretender Hauptbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Seiz. Diese Funktion übte er zwölf Jahre lang aus. Im Bereichsfeuerwehrverband Leoben leitet er als Bereichssonderbeauftragter die Geschicke der Branddienstleistungsprüfung. „Die Feuerwehr war schon immer meine große Leidenschaft“, wiederholt der dreifache Familienvater und ist darauf stolz, dass jetzt auch seine zwölfjährige Tochter und der zehnjährige Sohn mit fünf weiteren Mädchen und acht Burschen in der Seizer Feuerwehrjugend mitmacht.

 

Zur Person

Helmut Ofner (38) ist Dirnsdorf 3, 8773 Kammern im Liesingtal daheim. Er ist Landwirtschaftsmeister, Bauer (Milch, Kartoffeln) und Unternehmer (Grünraumpflege und Winterdienst „A-Team-Dienstleistungen“). Er ist verheiratet und hat drei Kinder. In der Öffentlichkeit wirkt er als Bezirkskammerrat, Bauernbundvorstandsmitglied und FF-Bereichssonderbeauftragter.

www.a-team-dienstleistungen.at; helmut.ofner@aon.at

 

Beitragsfotos: Brodschneider 

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