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Bauer der Woche: Hans-Peter Herk

von Karlheinz Lind

Land- und Forstwirt Hans-Peter Herk ist leidenschaftlicher Heumilchproduzent. Die Liebe führte ihn nun in die Direktvermarktung.

Auf seinem Betrieb hat Hans-Peter Herk vulgo Parzbauer immer etwas zu tun. Als Vollerwerbslandwirt bewirtschaftet er gemeinsam mit Freundin Antonia und seinen Eltern Christa und Peter einen Heumilchbetrieb in der Gemeinde Weißkirchen in Steiermark. Nach dem Stallneubau im Jahr 2016 werden nun 30 Milchkühe samt weiblicher Nachzucht am Betrieb auf 780 Metern Seehöhe gehalten. 30 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche – 7 Hektar davon in Pacht – dienen als Futtergrundlage. Der dynamische Landwirt erklärt seine Beweggründe für den Neubau: „Im alten Anbindestall haben wir 15 Milchkühe mit der Rohrmelkanlage gemolken, die Weidehaltung hat es bei uns schon immer gegeben. Durch meine Arbeit als Betriebshelfer beim Maschinenring konnte ich sehr viel dazulernen und war von der Laufstallhaltung begeistert.“

Neuer Laufstall

Da am Betrieb alle von der Milchproduktion überzeugt waren, stand einem Neubau nichts mehr im Wege. Nun wird mit einem Side-by-Side-Melkstand gemolken, in dem sechs Kühe gleichzeitig Platz finden. Herk: „Die Melkarbeit erledigen nun Antonia und ich, die Arbeitserleichterung ist für uns groß.“ Trotzdem bleibt aber auch Zeit, um einige Tage zu verreisen. Dann erledigen seine Eltern die Melkarbeit. Im vergangen Jahr konnte Hans-Peter Herk einen Stalldurchschnitt von 9400 Kilogramm Milch erzielen. Auf das Tierwohl legt er besonders großen Wert.

Seit kurzem arbeitet auch Antonia – sie hat ein Studium an der BOKU in Wien abgeschlossen – hauptberuflich am Betrieb. Die gebürtige Niederösterreicherin widmet sich nun dem Käsen, ein bestehender Raum wurde dafür adaptiert. Hans-Peter Herk erzählt: „Seit Oktober des vergangenen Jahres verarbeiten wir einen Teil unserer Heumilch zur Frischkäsespezialitäten. Die Heumilch-Käsebällchen gibt es in sechs verschiedenen Sorten und tragen den Markennamen ‚BergBauernBua‘. Vermarktet werden sie über die online-Plattform Bauernkraft sowie über regionale Läden.“ Den Markennamen hat Antonia übrigens in Anlehnung an ihre große Liebe ausgewählt.

Wichtiges Standbein

Auch die Forstwirtschaft spielt am Betrieb eine wichtige Rolle. „Bereits mein Vater hat damit begonnen, die Naturverjüngung zu forcieren. Diese Wirtschaftsweise setze ich nun fort“, so Herk. Insgesamt bewirtschaftet Herk 88 Hektar Wald, meist in Eigenregie. Nur im extrem steilen Gelände kommt ein Seilkran zum Einsatz. Verkauft wird das Rundholz direkt in der Region. „Wir haben ja die Firmen Schaffer und Pabst direkt vor der Haustür“, so der Forstwirt.

Seine Freizeit verbringt der 31-Jährige gemeinsam mit Freundin Antonia am liebsten in der Natur – beim Jagen oder „Viehschaun“ auf der Alm.

 

Zur Person

  • Hans-Peter Herk (31)
  • Größenberg 5, 8741 Weißkirchen in Steiermark
  • Freundin Antonia, Eltern Christa und Peter
  • Heumilchbetrieb mit Direktvermarktung, Forstwirtschaft
  • Leidenschaftlicher Jäger, Sprengelkassier in der Bauernbund-Ortsgruppe Weißkirchen

Beitragsfoto: Lind

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