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Bauer der Woche: Armin Fladl

von Karlheinz Lind

Armin Fladl ist leidenschaftlicher Rinderzüchter. Gemeinsam mit seiner Familie hält er auf seinem Milchviehbetrieb in Thörl 75 Holsteinkühe. Ein neuer Laufstall wurde errichtet.

Für den 39-jährigen Vollerwerbslandwirt Armin Fladl aus Thörl stehen die Milchproduktion und die Rinderzucht im Mittelpunkt seines Wirkens. Als Absolvent der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf wollte er schon immer den Hof seiner Eltern Emma und Ernst – sie helfen noch fleißig mit – weiterführen beziehungsweise ausbauen. „Im Jahr 2020 haben meine Frau Angelika und ich den elterlichen Betrieb übernommen. Bereits im Vorfeld stellten wir uns die wichtige Frage: Investieren wir oder hören wir auf“, so der dynamische Landwirt im Gespräch mit NEUES LAND.

Stallneubau

Noch vor kurzem wurden am Hof 50 Kühe der Rasse Holstein Friesian und Red Friesian im Anbindestall mit angeschlossenem Auslauf gehalten. Die Melkarbeit wurde mittels Rohrmelkanlage erledigt. „Dies war arbeitstechnisch aber nicht mehr machbar. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen neuen Laufstall zu errichten“, so Fladl. Nach der Planungsphase erfolgte im März des Vorjahres der Baustart. Rund neun Monate später konnte der neue Laufstall bezogen werden. Derzeit werden 75 Milchkühe im Liegeboxenlaufstall mit planbefestigten Laufflächen gehalten. Der Auslauf ins Freie erfolgt auf Spalten mit darunterliegendem Gülleraum. Gemolken wird in einem 14er Swing-Over-Melkstand.

Melkstand

Für die Familie Fladl stand der Einsatz eines Melkroboters nie zur Diskussion. Der Jungbauer dazu: „Bei der Melkarbeit in der Früh und am Abend habe ich die gesamte Herde immer im Blick. Ich kann sofort eingreifen, wenn es ein Problem gibt. Das sind für mich die Hauptargumente für die Melkarbeit im Melkstand.“ Außerdem wäre man bei 75 Milchkühen mit einem Melkroboter an die technischen Grenzen gestoßen. Und zwei Anlagen wären nicht leistbar gewesen. Gemolken wird nun in einem eigenen Gebäude, das direkt an den Laufstall angebaut ist. Dort befinden sich Melkstand, Tankraum, Schmutzschleuse, Technik sowie das Büro.

Dafür setzt Armin Fladl im Fütterungsbereich und beim Einstreuen auf Computertechnik. „Wir haben im neuen Laufstall einen vollautomatischen Fütterungsroboter installiert. Alle zwei bis drei Tage befüllen wir die vier Vorratsboxen mit Heu, Stroh, Grassilage und Mais. Der Roboter mischt dann drei unterschiedliche Rationen pro Tag und versorgt die Milchkühe mit Futter. Auch das Anschieben des Futters erfolgt vollautomatisch“, so der Landwirt.

Für den dreifachen Familienvater war die Investition in diese Technik eine wichtige und richtige Entscheidung: „Natürlich waren die Einstellungen zu Beginn eine große Herausforderung. Aber jetzt sind wir mehr als zufrieden.“ Auch das Einstreuen erfolgt automatisch.

Die weibliche Nachzucht hat jetzt im alten Stall ihr neues Zuhause gefunden. Auch dieser soll in den nächsten Jahren noch umgebaut werden.

Futtergrundlage

Der Hof liegt auf über 700 Metern Seehöhe. Als Futtergrundlage dienen 70 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche – Eigen- und Pachtflächen. Im Normalfall werden fünf Schnitte pro Saison durchgeführt. „Hier setzen wir auf Eigenmechanisierung. Neben der Heuproduktion wird die Silage im Fahrsilo konserviert. Das mache ich mit dem eigenen Ladewagen“, so Fladl. Silomais wird zugekauft.

Weiters bewirtschaftet der Landwirtschaftsmeister auch 80 Hektar Wald. Da es sich aber im extreme Steilflächen handelt, kommt hier meist die Seilkrantechnik zum Einsatz. „Mir ist es sehr wichtig, dass der Wald bewirtschaftet wird, auch wenn Fremdmechanisierung zum Einsatz kommt. Das Aufforsten und die Kulturpflege übernehmen wir dann meist selber“, so der Forstfacharbeiter.

Grundsätzlich blickt Armin Fladl positiv in die Zukunft: „Ich habe den Stall für uns gebaut und nicht für meine Kinder. Wenn sie den Hof weiterführen wollen, ist alles gerichtet.“

Zur Person

  • Armin Fladl (39)
  • Vulgo Haug
  • Zöbriach 3, 8621 Thörl
  • Absolvent der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf, Forstwirtschaftlicher Facharbeiter, Landwirtschaftsmeister
  • Milchviehbetrieb mit 75 Kühen der Rassen Holstein Friesian und Red Friesian
  • Verheiratet mit Angelika, drei Kinder
  • E-Mail: armin-fladl@gmx.at

Beitragsfoto: Lind

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