Spiel und Spaß am Bauernhof

von Karl Brodschneider

Ländliches Theater und in der Pause ein Schmalzbrot und eine Schilchermischung – im Theaterdorf St. Josef geht die Saison wieder los.

Selten kann eine ländliche Theatergruppe auf ORF-Präsenz verweisen. Bei der Theaterrunde Volksbühne St. Josef ist das anders. Der ORF zeichnete gleich fünf Produktionen von „Theater im Bauernhof“ auf und verhalf die Weststeirer damit zu österreichweiter Bekanntheit. Das erste Stück war „Der steirische Gangerl“ (1982), das zweite Stück „Der Zabernegger Wuzl“ (1983), das dritte Stück „Wirbel ums Verlegenheitskind“ (1994), das vierte Stück „Der Sündenbock“(1997) und das fünfte Stück „Power Paule“ (2003). Regie führte damals fast immer Ekkehard Schönwiese.

Alte Theatergruppe

Diese Theatergruppe wurde schon im Jahr 1922 gegründet und ist damit eine der ältesten noch bestehenden Volkstheatergruppen in der Steiermark. Nur der Zweite Weltkrieg unterbrach die Spieltätigkeit, aber schon im Jahr 1947 ging es weiter. Seit über 45 Jahren werden die Stücke auf einem Bauernhof aufgeführt, zunächst am Zedlschneiderhof und seit 1986 am Weisshof in Koglberg.

Heuer steht der Schwank „Da Pfenningfuchser“ von Peter Landstorfer, nach einer Bearbeitung von Ronald Statthaler, auf dem Programm. Regie führt Christian Ruck. Im Stück geht es um den Bauern und Kiesgrubenbesitzer Dugg Bertl, der ein richtiger Geizhals ist. Eines Tages tritt er in einen rostigen Nagel und benötigt Hilfe. Nicht scheint zu wirken, bis seine Haushälterin Berta mit einer wirklich heilsamen Rosskur beginnt. Unter den Mitwirkenden ist auch die legendäre Fini Walter, die bereits über 80 Jahre alt ist und mit 57 Jahren die längste Bühnenkarriere aufweist. Die Premiere ist einen Tag nach Fronleichnam. Im Juni gibt es dann noch fünf weitere Aufführungen. Im Juli wird insgesamt zwölfmal gespielt, zuletzt am 21. Juli.

Da Pfenningfuchser

Seit dem Jahr 1973 wird in St. Josef in Weststeiermark auf einem Bauernhof Theater gespielt. Heuer wird das Stück „Da Pfenningfuchser“ zur Aufführung gebracht.

Ländliches Rundherum

Was das Theater im Bauernhof auch für die urbane Bevölkerung – viele Zuschauer aus der Landeshauptstadt Graz zählen seit Jahren zum Stammpublikum – so einzigartig macht, ist das ganze Rundherum. Der Besuch einer Vorstellung ist nicht nur ein kulturelles Erlebnis, sondern gleichzeitig auch ein Ausflug auf das Land. Das urige bäuerliche Anwesen lädt zum Entspannen ein. Und der Ausschank bietet den Besuchern eine reiche Auswahl von regionalen Schmankerln an. Dazu zählt das beliebte „Theaterwürstl, verschiedene Aufstrichbrote und hausgemachte Mehlspeisen. Selbstverständlich gibt es auch den Schilcher und Natursäfte von Bauern aus St. Josef. Die Kantine öffnet immer schon um 19 Uhr und schließt zu Mitternacht.

Theaterweg

Vielleicht nehmen sich manche Besucher vorher auch Zeit, im Theaterdorf St. Josef den „Theaterweg“ zu beschreiten. Dieser Rundweg im Ortszentrum bietet seinen Gästen österreichweit ein einzigartiges Erlebnis Auf einer Streckenlänge von einem Kilometer regen 18 Spielstationen mit entsprechenden Anleitungstafeln zum aktiven Theaterspiel an. Für Gruppen werden Führungen angeboten, an deren Ende ein Schauspielerdiplom in Form einer Urkunde überreicht wird.

Pfenningfuchser

Am Freitag, 21. Juni, ist im Theater im Bauernhof in St. Josef in Weststeiermark die Premiere des Schwanks „Da Pfenningfuchser“. Es folgen 17 weitere Aufführungen. Vorstellungsbeginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Telefonische Kartenbestellungen ausschließlich von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr unter 03136 81462. www.theater-im-bauernhof.at

 

Alle Bilder: Theater im Bauernhof

 

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