Weichberger

Neurodermitis – wenn die Haut ständig juckt

von NEUES LAND

Bei Neurodermitis wird an neuen Behandlungsmethoden geforscht, die das Mikrobiom der Haut wieder ins Gleichgewicht bringen.

Die atopische Dermatitis, besser bekannt als Neurodermitis, ist eine chronische, juckende Hauterkrankung, von der weltweit etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder und auch viele Erwachsene betroffen sind. Damit zählt Neurodermitis zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Das Auftreten der Hautkrankheit steht oft in Zusammenhang mit der Familiengeschichte, häufig tritt sie auch bei Personen auf, die an Heuschnupfen oder Asthma leiden, oder deren Familienmitglieder von diesen Allergien betroffen sind. Hauptmerkmale wie wiederkehrende Entzündungen, sogenannte Schübe, bis hin zu lästigen Ekzemen, starker Juckreiz und Veränderungen der Hautbarriere können nicht nur zu physischen, sondern auch psychischen Beschwerden führen.

Entzündung

Bei Neurodermitis ist die obere Hautschicht entzündet, Grund dafür ist einerseits eine übermäßige Anhäufung des Bakteriums Staphylococcus aureus und andererseits eine gestörte Menge und Qualität an sogenannten antimikrobiellen Peptiden auf der Haut. Diese kleinen Eiweißmoleküle erfüllen die wichtige Funktion, das gesunde Gleichgewicht des Hautmikrobioms aufrechtzuerhalten. Sie sind es auch, die im Fokus der Forschung stehen und neue Therapiemöglichkeiten eröffnen sollen. Damit befasst ist ein internationales Forschungsteam, an dem auch Peter Wolf von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Universität Graz mit Kolleginnen und Kollegen beteiligt ist.

Therapie

Während leichte Verläufe von Neurodermitis mit entzündungshemmenden Wirkstoffen bereits behandelbar sind, reichen die Möglichkeiten der Therapie noch nicht für schwere Formen der Erkrankung aus. Die Phototherapie ist eine weit verbreitete Behandlungsform für moderate bis schwere Neurodermitis, sie wirkt positiv auf das Hautmikrobiom und wird nun genauer erforscht. Diese UV-Bestrahlung kann die Barrierefunktion der Haut verbessern, auf die Mikroben einwirken und das Wachstum des Bakteriums hemmen.

Beitragsfoto: Orawan – stock.adobe.com

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