Weichberger

Grazer Forschung zu Dickdarmkrebs

von NEUES LAND

Über neue therapeutische Ansätze könnte die Krankheitsausbreitung der dritthäufigsten Krebserkrankung, nämlich Dickdarmkrebs, verhindert werden.

Österreichweit ist Dickdarmkrebs bei Männern und Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung. Auf die verbesserten Früherkennungsmaßnahmen und neuen Behandlungsmethoden zurückführend, sind Neuerkrankungen und Sterblichkeit in den letzten Jahren gesunken. Dennoch ist sie für 3.000 Österreicher und Österreicherinnen jährlich tödlich.

Komplexe Entstehung

Dickdarmkrebs entsteht über mehrere Jahre aus dem normalen Darmepithel. Dessen Entstehung wird durch Umweltfaktoren wie Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sowie genetische Faktoren gefördert. „Die Entstehung ist komplex“, konstatiert Martin Pichler von der Klinischen Abteilung für Onkologie der Med Uni Graz. Trotz der enormen Fortschritte durch das „Humane Genome Project“ und der vollständigen Beschreibung des humanen Genoms und dessen Protein-kodierenden Genen, ist der Großteil der DNA Sequenz in seiner Funktion unerforscht. In vielen dieser Bereiche findet aktive Transkription, also die Erzeugung von RNA statt, ohne jedoch daraus ein Protein zu bilden. Diese Genom-Abschnitte und daraus resultierende RNA werden auch als Non-Coding RNA bezeichnet. „Es ist wie ein versunkener Schatz, den wir erst finden müssen, um seine Bedeutung zu erkennen“ fasst Pichler die Besonderheiten des Forschungsgebietes zusammen.

Therapiechancen

Mehr Wissen über den Mechanismus von Tumorzellen könnte neue Therapiechancen eröffnen. Dickdarmkrebs führt üblicherweise durch Ausbreitung – „Metastasen“ – in die Leber und andere Organe zu einem Krankheitsstadium, welches häufig nicht mehr heilbar ist. Die Forscher der Med Uni Graz haben einen neuen Faktor in der Entstehung und für die Behandlung von Dickdarmkrebs entdeckt. Das neue RNA Molekül Flanc reguliert den Zelltod in Dickdarmkrebszellen. Über RNA-basierte therapeutische Ansätze könnte in weiterer Folge die Krankheitsausbreitung verhindert werden. 

„RNA-gerichtete Therapeutika erleben gerade eine Renaissance, sie werden bei der Behandlung von seltenen Erbkrankheiten, aber auch bei Volkskrankheiten wie der Hyper-Cholesterinämie bereits eingesetzt. Dies gibt uns Zuversicht auch in absehbarer Zukunft Medikamente gegen Krebserkrankungen auf dieser Basis zu entwickeln“, blickt Martin Pichler in die Zukunft.

 

Beitragsfoto: SizeSquare’s – stock.adobe.com

Zum Thema passend

Einen Kommentar abgeben

Diese Website benutzt Cookies. Wenn sie die Website weiter nutzen, gehen wir von ihrem Einverständnis aus. Ich stimme zu Datenschutzerklärung