Weichberger

Die Zecken lauern

von NEUES LAND

Für heuer wird ein intensives Jahr mit Zecken prognostiziert. Im Vorjahr haben sich FSME-Fälle bereits gehäuft. Vorsicht ist geboten.

 

Mit österreichweit 215 Fällen hat es im Vorjahr in Österreich ein Rekordhoch an FSME-Erkrankungen gegeben. Gerade auch die vermehrten Aufenthalte im Freien – bedingt durch die Pandemie – haben verstärkt zur Erkrankung an der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis beigetragen. Die Steiermark fand sich mit 32 Fällen österreichweit auf Platz drei. Auch für heuer wird ein intensives Zeckenjahr erwartet. Seit etwa 30 Jahren gibt es jedes Jahr eine Impfaktion. Die Grundimmunisierung gegen FSME besteht aus drei Teilimpfungen. Für Personen über 60 Jahre gilt dann ein Auffrischungsintervall von drei Jahren, unter dieser Altersgrenze beträgt es fünf Jahre.

Krankheitssymptome

Im Falle einer Infektion mit dem FSME-Erreger nach einem Zeckenstich stellen sich relativ häufig schwere Krankheitssymptome ein – von der Gehirnhautentzündung bis zur Gehirnentzündung. Besonders schwerwiegend ist eine Beteiligung des Rückenmarks und des Stammhirns. Ein erheblicher Anteil der Betroffenen trägt bleibende Schäden davon.

Bei der Entfernung einer Zecke ist es wichtig, dass sie möglichst hautnah gegriffen wird. Das verhindert ein Quetschen des Spinnentiers und somit die Freigabe von Körperflüssigkeiten und Krankheitserregern. Auf vermeintliche Hilfsmittel wie Benzin, Nagellackentferner und Alkohol sollte man verzichten. Diese Substanzen erhöhen das Risiko der Übertragung von Borrelien während des Todeskampfes der Zecke.

Kontrolle

Nach Aufenthalten im Freien sollte stets der gesamte Körper abgesucht werden. Nach dem Entfernen der Zecke gilt es die Stichstelle zu desinfizieren. Geht eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurück oder breitet sich aus, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Seit Längerem gilt Süddeutschland als Modellregion und damit als guter Indikator für Österreich, was das Auftreten von Zecken betrifft. Für Prognosen kommen auch biologische Parameter wie die Zahl der Bucheckern und Eicheln zum Tragen – mehr Bucheckern bedeuten mehr Wild- und Nagetiere und damit mehr Wirte für „Blutmahlzeiten“ der Zecken. Franz Rubel vom Wiener Institut für Öffentliches Veterinärwesen und Epidemiologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien erwartet „das zweithöchste FSME-Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2001“.

 

Beitragsfoto: Carola Vahldiek – stock.adobe.com

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