Weichberger

Kinderunfälle: Balance zwischen Risiko und Spaß

von NEUES LAND

Bei Kinderunfällen auf Rädern und Rollen sind Kopfverletzungen und Unterarmbrüche typisch. Tipps, wie man Kinderunfälle vermeiden kann.

Jetzt werden sie wieder aus dem Keller geholt: Rutschauto, Scooter, Skates, Boards und Fahrräder. Pro Kalenderjahr werden an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie in Graz allerdings mehr als 15.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 16 Jahren nach einem Unfall medizinisch versorgt. Kinderunfälle stehen an der Tagesordnung. Rund zehn Prozent davon verunglücken mit einem Bewegungsgerät auf Rädern oder Rollen.

Unfallopfer

Im Fokusreport „Mobil auf Rädern: Muskel- & Elektro- & Motor-Power bei der kindlichen Fortbewegung auf Rädern“ analysierten Peter Spitzer und Holger Till vom Verein „Große schützen Kleine“ entsprechende Unfälle über einen Zeitraum von drei Jahren. Spitzer: „Fortbewegung mit Radgeräten heißt Fortbewegung mit künstlich erzeugter Geschwindigkeit – ein Element, welches die Buben tendenziell verstärkt anspricht. Zwei Drittel der Unfallopfer sind männlich und durchschnittlich knapp elf Jahre alt“.

Kopfverletzungen

35 Prozent der Verletzungen fallen unter die Kategorie „schwer“. Es sind vor allem  Kopfverletzungen und Unterarmbrüche. Gerade bei Sportgeräten mit Lenkern führt das  bei einem Sturz zum Festklammern daran. „Tragen die Kinder und Jugendlichen keinen Helm, so erleiden sie häufiger Kopfverletzungen, als bei Unfällen mit Boards und Skates, bei denen die Hände zum Abstützen frei sind“, betont Till. Bei Geräten, auf denen man nichts „zum Festhalten“ hat, kommt es durch die Abstützreaktion typischerweise zu Frakturen von Handgelenk, Elle oder Speiche. „Diese klassischen Unfallmuster zeigen eindrücklich, wie wichtig Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschützer zusätzlich zum Helm sind, und wie viele schmerzhafte und langwierige Verletzungen damit verhindert oder abgemildert werden könnten“, so Till.

Die Wichtigkeit des Helmtragens wird bei Geräten auf kleinen Rädern oder Rollen im Vergleich zum Fahrrad stark unterschätzt. Till: „Unsere mitunter wichtigste Empfehlung lautet: Tragen Sie selbst die empfohlene Schutzausrüstung und gewöhnen Sie Ihr Kind bereits ab dem Laufradalter an das Helmtragen.“ Der Frühjahrsschwerpunkt „Sicher unterwegs auf Rädern & Rollen“ bildet den Auftakt für das Online-Klassenzimmer von „Große schützen Kleine“. Kurzvideos, Spiele und Kindersicherheitsinfos werden mit Workshops an den Schulen verknüpft.

 

Beitragsfoto: 2xSamara.com – stock.adobe.com

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