Große Freude über Spatenstich

von Karl Brodschneider

In der von vielen schweren Unwettern leidgeprüften Gemeinde Gasen wird endlich ein Hochwasserschutzprojekt umgesetzt.

Es gibt keine einzige steirische Gemeinde, die derart oft von katastrophalen Unwettern betroffen ist wie Gasen im Bezirk Weiz. Waren es im Vorjahr vor allem Extremstürme, die binnen weniger Minuten 20.000 Festmeter Holz zerstört hatten, so waren es in den Jahren zuvor immer Hochwasser-Ereignisse. Im Jahr 2005 mussten sogar zwei Menschen ihr Leben lassen. In den Jahren 2008, 2010, 2016 und 2017 musste immer der Katastrophenalarm ausgerufen werden. Die Schäden in den letzten 14 Jahren belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.

Mehrjahresprojekt

Damit die etwas über 900 Einwohner zählende Gemeinde noch Zukunft haben kann, forderte Bürgermeister Erwin Gruber immer wieder die Errichtung eines Hochwasserschutzprojektes am Gasenbach. Dieser Ruf wurde gehört und jetzt gab es den Spatenstich für dieses Projekt, das  – mit 20 Einzelmaßnahmen – bis zum Jahr 2023 umgesetzt sein soll und insgesamt 14 Millionen Euro kosten wird.

Lebenswerte Gemeinde

Beim Spatenstich sagte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer: „Ich war in den vergangenen Jahren oft in Gasen. In keiner anderen Gemeinde habe ich das Mit- und Füreinander so stark gespürt wie hier. Bei den einzelnen Hochwasserkatastrophen sah man ob dieser furchtbaren Schicksalsschläge völlig verzweifelte Familien, Helferinnen und Helfer, die ihre Tränen nicht verbergen konnten, aber vor allem auch Menschen, die Tag und Nacht im Einsatz waren und zusammenhalfen. Gasen ist eine äußerst liebens- und lebenswerte Gemeinde und wir müssen alles tun, damit sie das bleibt. Mögen die einzelnen Schutzbauten dazu dienen, dass die Gemeinde nachhaltig gesichert ist!“

Auch Landesrat Hans Seitinger unterstrich die Wichtigkeit dieses Hochwasserschutzprojektes und freute sich, dass jetzt endlich mit den Baumaßnahmen für einen umfassenden Katastrophenschutz begonnen wird. Auch Landesrat Anton Lang pflichtete ihm bei.

Für Bürgermeister Erwin Gruber war dieser Spatenstich ein „Tag der Zuversicht, an dem der Blick nach vorne gerichtet ist“.

Expertentreffen

Übrigens ging es auch bei einem Expertentreffen in Heimschuh – daran nahmen Fachleute aus Österreich, Slowenien, Italien, Deutschland, Liechtenstein, Frankreich und der Schweiz teil – um Naturkatastrophen im Alpenraum und wie ihre Auswirkungen zumindest vermindert werden können. Von Verhindern ist keine Rede mehr, weil der Klimawandel und seine Folgen längst schon eingetreten sind. Seitinger sagte dabei: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Natur immer stärker sein wird als der Mensch!“

 

Foto: Steiermark.at/Streibl

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