Doppelt im Trend

Nicht nur das edle Geflügel ist zu Martini und zu Weihnachten stark nachgefragt, auch die steirische Daune wird immer beliebter.

Zu Martini hat die Weidegans Hochsaison, doch auch zu Weihnachten steigt die Nachfrage für das edle Geflügel beständig. Und das verwundert nicht, schließlich ist der Braten mit ungefähr vier Kilogramm ideal für Familienfeste. Aber auch die regionale Qualität aus den steirischen Betrieben überzeugt immer mehr Kundinnen und Kunden. Die Daunen – die Flaumfedern der Gans – sind ein Naturprodukt, das ebenfalls immer begehrter werden.

Margit Fritz ist Obfrau der Gemeinschaft „Steirische Weidegans“ und damit im wahrsten Sinne des Wortes federführend in dieser Produzentenvereinigung: „Wir haben im Jahr 2010 mit 13 Betrieben begonnen, heute zählt die Gemeinschaft 48 Mitglieder und wir produzieren etwa 6300 Gänse pro Jahr.“ In Österreich reiht sich die Steiermark damit hinter Oberösterreich klar auf Platz zwei ein. Die Nachfrage sei konstant hoch, so die Gänsebäuerin, die Eigenversorgung in Österreich liegt bei etwa 25 Prozent. Da Weidegänse aber meist regional vermarktet werden, müsse man auch etwas auf den kleinstrukturierten Markt achten. Die Obfrau dazu: „Einzig in der Oststeiermark ist die regionale Versorgung schon relativ hoch, in allen anderen Gebieten der Steiermark gibt es noch deutlich mehr Bedarf.“

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Margit Fritz, Obfrau der Steirischen Weidegans

Margit Fritz, Obfrau der Erzeugergemeinschaft “Steirischen Weidegans”. Foto: kk

Die Daune

Sie selbst hält jedes Jahr 180 Gänse auf ihren Weiden. Speziell die Nutzung der Daunen liegt der Gänsebäuerin am Herzen. „Es ist ewig schade, wenn die Federn nicht verwendet werden. Erstens ist es ein tolles und stark nachgefragtes Naturprodukt, andererseits ist es auch finanziell interessant“, erklärt Fritz. Sie sage in der Produktionsgemeinschaft immer „das halbe Gössel sei mit dem Verkauf der Federn bezahlt“. Als Gössel werden die Gänseküken bezeichnet. Erfreut stellt sie fest, dass immer mehr Betriebe diesen Hinweis ernst nehmen. „Wir sammeln die Daunen österreichweit und unsere Bundesobfrau Heidi Hebesberger in Oberösterreich kann sie auf ihrem Betrieb maschinell trocknen und danach vermarkten.“

Die Gänse am Betrieb von Margit Fritz. Foto: kk

Alternative

Für viele, besonders kleinere und Nebenerwerbsbetriebe, ist die Weidegans eine echte Alternative. Das ist einerseits so weil die Nachfrage stimmt, andererseits weil bauliche Gegebenheiten mit Weide und Stall ohne aufwändige Umbauten weiterverwendet werden können. Christoph Schweighofer aus Pöllau bei Hartberg suchte mit seinem Vater auch nach Alternativen. „Wir haben uns gut überlegt was mit unserer Betriebsgröße überhaupt möglich ist. Wir hatten früher noch Milchkühe, später dann Mutterkuhhaltung. Die Umrüstung auf einen Laufstall war für uns aber zu kostspielig“, so der junge Landwirt. Dadurch entstand mittlerweile eine Schafzucht mit 120 Tieren und eine Weidehaltung mit 160 Gänsen. Den Betrieb führen Vater und Sohn im Nebenerwerb, vermarktet wird der Großteil direkt an Private und die Gastronomie.

Christoph Schweighofer, Gänsebauer aus Pöllau bei Hartberg

Christoph Schweighofer, Gänsebauer aus Pöllau bei Hartberg. Foto: kk

Beitragsbild: Sander Meertins – stock.adobe.com Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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