Gegen die freie Fahrt für Biker

Die von den Naturfreunden geforderte, generelle Öffnung aller Forststraßen kommt für Agrar- und Forstvertreter nicht in Frage.

Wieder einmal haben die SPÖ-nahen Naturfreunde die generelle Öffnung aller Forststraßen in Österreich für Mountainbiker gefordert. Deren Bundesvorsitzender SPÖ-Klubobmann im Parlament, Andreas Schieder, hat erklärt, dass aus seiner Sicht die Erholungswirkung – und in diesem Zusammenhang nannte er ausdrücklich nicht nur das Wandern, sondern auch das Mountainbiken –  im Wald Vorrang vor der Nutzungswirkung hätte.

„Bedarfsorientierte Vertragslösungen sind überall möglich“, verdeutlicht der Obmann der Land- und Forstbetriebe Steiermark, Carl von Croÿ.

„Bedarfsorientierte Vertragslösungen sind überall möglich“, verdeutlicht der Obmann der Land- und Forstbetriebe Steiermark, Carl von Croÿ.

Peter Konrad, Präsident des österreichischen Forstunternehmerverbandes und Bundessprecher der Branche in der WK-Österreich geht dagegen in die Offensive: „Eine generelle Öffnung der Forststraßen würde eine Waldbewirtschaftung, wie wir sie heute kennen, unmöglich machen. Eine nicht gelenkte Freigabe von Forststraßen ist im Interesse der Sicherheit der im Wald Beschäftigten sowie der Freizeitnutzer selbst undenkbar und unverantwortlich.“

Dieser Meinung ist auch Prinz Carl von Croÿ, Landeskammerrat und Obmann des Steirischen Land- und Forstbetriebe – er ist aber auch um Interessensausgleich bemüht. Croÿ: „Mit etwas gutem Willen sind hier überall bedarfsorientierte Lösungen möglich.“

Gefahrenpotenzial

Beide sind sich in einem Punkt einig: Eine tragbare Lösung kann, wie sie betonen,  nur auf Vertragsbasis und in gutem Einvernehmen direkt in der Region erfolgen. Ferner weisen sie darauf hin, dass sich privatrechtliche Vereinbarungen seit Jahren im ganzen Land bestens bewährt hätten und folglich auch in dieser Form fortgeführt werden sollten. Croÿ legt noch einmal nach: „Mountainbiken im Wald ist nur ein Bruchteil von vielen Interessen, die sich von den unterschiedlichsten Gruppen an den Wald richten. Eine generelle Öffnung von Forststraßen für das Radfahren zu verlangen, ist ein verantwortungsloser Ansatz, egoistische Interessen durchzusetzen. Der Arbeitsplatz Wald und die Gefahren, die damit einhergehen, brauchen unbedingt eine intelligente Lenkung.“ Aus Sicht des Obmannes der Steirischen Land- und Forstbetriebe liege die Verantwortung dafür ausschließlich bei den Grundeigentümern, die einen Interessenausgleich zwischen einer Vielzahl von Ansprüchen schaffen müssen.

Christian Mandl, Präsident der Landarbeiterkammer, nimmt zu diesem Thema ebenfalls ganz klar Stellung: „Der Wald ist ein Alleskönner, und um seine Multifunktionalität zu erhalten, bedarf es gewisser Regeln und Grenzen für die Waldbesucher. Hier müssen alle eine Mitverantwortung übernehmen!“

 

Fotos: fotolia.com/Brian Jackson, Foto Fischer

 

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