Ein Bilderbuch-Jahr

Die enorme Hitze und ausreichende Niederschläge der letzten Tage und Wochen haben das Wachstum auf den steirischen Feldern ordentlich angekurbelt. Die steirischen Weinbauern erwarten sogar eine Rekordernte bei bester Qualität, ähnlich dem Weinjahr 2011.

Tiefgrüne Maisfelder, goldgelbe Getreideäcker und saftige Wiesen – wohin man blickt, blühen und gedeihen die unterschiedlichsten Kulturarten hervorragend. Dass sich die derzeit heiße Witterung in Kombination mit gewittrigen Niederschlägen äußerst positiv auswirkt, bestätigt man an verschiedensten Stellen. Vor allem Weinbaudirektor Werner Luttenberger jubelt: „Derzeit sieht es in den steirischen Weingärten sehr gut aus. Wir haben schon den Traubenschluss erreicht und die ersten Beeren beginnen sich bereits zu verfärben.“ Somit sei man im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr der Zeit rund ein bis zwei Wochen voraus. Grund dafür war einerseits der ausreichende Niederschlag im Frühjahr (zu Pfingsten konnte man über 100 Millimeter Regen in den Kernweinbaugebieten der Südsteiermark verzeichnen) aber auch so manche Gewitterdusche der letzten Wochen und ander-erseits die überdurchschnittlich hohen Temperaturen der letzten Tage und Wochen. Luttenberger weiter: „Wenn es so weitergeht, haben wir heuer eine sehr gute Ernte mit einer Topqualität wie im Jahr 2011. Wir sind in einem Bilderbuchjahr“.

Grünland

Über den Witterungsverlauf freut sich auch Karl Buchgraber, Grünlandexperte am Lehr- und Forschungszentrum Raumberg Gumpenstein: „Unseren Wiesen tut zwar diese extreme Hitze weh und wir mussten auch regional einige Trockenschäden verzeichnen, aber grundsätzlich ist das Wirtschaftsgrünland extrem gut gewachsen“. Somit konnten mengen- und qualitätsmäßig sehr gute Ernten eingefahren werden. Dass diese tropischen Temperaturen auch Nachteile haben, gibt LK-Pflanzenschutzprofi Peter Klug zu bedenken: „Wir haben zwar optimale Wetterverhältnisse für ziemlich alle Ackerkulturen, aber so hohe Temperaturen begünstigen auch die Entwicklung von Insekten. Da könnte die Spinnmilbe im Soja oder der Buchsbaumzynsler noch zum Problem werden.“

Zu besonderer Vorsicht mahnt Landesforstdirektor Michael Luidold: „Derzeit haben wir einen Borkenkäferbefall auf relativ niedrigem Niveau. Trotzdem sollte man ein Auge auf geschwächte Bestände werfen.“ Gesunde Bäume können sich recht gut gegen den gefährlichsten Waldschädling wehren, indem sie dessen Bohrlöcher sofort mit Harz verschließen, kranke Bäume sind diesen Angriffen jedoch wehrlos ausgesetzt. Derzeit befindet sich der heimische Wald in einem sehr guten Zustand, da er ausreichend mit Wasser versorgt ist. Allerdings sollte die Waldbrandgefahr – siehe Kasten rechts – nicht unterschätzt werden.

Vorsicht: Waldbrand-Gefahr!

Durch die enorme Hitze ist die Waldbrandgefahr sehr hoch. Regelmäßige Gewitterniederschläge reduzieren zwar das Risiko, doch durch die Hitze trocknet die Humusschicht sehr schnell wieder ab. Wichtig dabei: Rund 85 Prozent aller Brände auf Österreichs Forstflächen werden durch menschlichen Einfluss ausgelöst. Dazu zählen außer Kontrolle geratene Feuerstellen im Wald, unachtsam weggeworfener Müll, wie etwa Glasflaschen, oder gar fallengelassene, noch brennende Zigaretten. Auch überhitzte Forstmaschinen haben Brände ausgelöst. Vergangene Woche gab es bereits drei Waldbrände in der Steiermark.

 

Foto: Fotolia.com/Monthlyxxl

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