Das herausfordernde Bauernjahr 2016

Bauernbundobmann LR Hans Seitinger setzte sich im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit LK-Präsident Franz Titschenbacher und LK-Vizepräsidentin Maria Pein mit dem – wie er es nannte – „herausfordernden Bauernjahr 2016“ auseinander.

Das Jahr 2015 war zweifelsohne mit vielen schwierigen Herausforderungen verbunden. „Schmerzhafte Problemfelder, wie Preiszusammenbrüche in wichtigen Sparten, Embargos und Naturkatastrophen, um nur einige Beispiele zu nennen, begleiteten uns im Jahr 2015“, zog Hans Seitinger ein kurzes Resümee. Gerade vor dem Hintergrund dieser großen Herausforderungen sei es, meinte er, besonders wichtig, „unseren Bäuerinnen und Bauern Perspektiven und Visionen zu vermitteln, an denen sie sich orientieren können.“

Als wichtigen Bestandteil für den zukünftigen Erfolg bezeichnete der Landesobmann des Steirischen Bauernbundes neben der Bildung auch eine qualitätsvolle Beratung: „Investitionen in die landwirtschaftlichen Schulen, in die bäuerlichen Beratungseinrichtungen und die Stärkung professionell geführter Erzeugergemeinschaften sind das richtige Rezept für eine erfolgreiche Land- und Forstwirtschaft.“ In diesem Zusammenhang hob Seitinger die Bedeutung der Landwirtschaftskammer und der Bezirkskammern hervor, die man als moderne und innovative Dienstleistungsanbieter für bäuerliche Betriebe stärken müsse und deren Service weiter auszubauen sei.

Der Landesrat ließ keine Zweifel daran, bei wem diese entscheidenden Zukunftsfragen in besten Händen seien: „Präsident Franz Titschenbacher und Vizepräsidentin Maria Pein sind Garanten, dass diese Qualitätsdienstleistungen der Landwirtschaftskammer weitergeführt werden. Das sollte auch am 31. Jänner entsprechend Anerkennung finden.“ Mit einem Seitenhieb auf andere Gruppierungen sagte er: „Daneben gibt es einige selbsternannte Bauernbefreier, die fünf Minuten vor zwölf auftauchen und fünf nach zwölf schon wieder verschwunden sind.“

Klasse statt Masse

Seitinger formulierte auch seine Ziele für die künftige Ausrichtung der Agrarpolitik: „Nur in der Differenzierung zwischen Klasse und Masse liegt die Chance. Unsere kleinstrukturierten Betriebe können nur mit Qualitätsprodukten, starken Marken und einer hohen Transparenz in der Erzeugung überleben. Außerdem braucht es dazu ein hohes Konsumentenvertrauen.“

Es sei aber, so erklärte der Bauernbundobmann, zu wenig, dass nur die Landwirte dieses hohe Niveau tagtäglich leben. Entscheidend sei vor allem, dass diese Qualität auch bei den Konsumenten Wertschätzung findet. Für die notwendige Bewusstseinsbildung bedürfe es jedoch gut ausgebildeter Bäuerinnen und Bauern. Insgesamt sei, beklagte Seitinger, das Wissen über Lebensmittel und die richtige Ernährung ein großes Manko in unserer Gesellschaft und auch im Bildungsangebot. Daher wolle man im Jahr 2016 das neue Zeitalter des Hausverstandes einläuten. Aus diesem Grund will der Landesrat eine umfangreiche Bildungsoffensive zu den Themen Landwirtschaft und Ernährung ins Leben rufen.

Man müsse den „Irrweg ins Verderben“ beenden, sagte Seitinger, denn nicht nur viele kleine bäuerliche, sondern auch zahlreiche gewerbliche Betriebe seien zum Zusperren gezwungen. Ein Vielzahl dieser Betriebe wie zum Beispiel Fleischer, Bäcker oder auch andere Handwerksbetriebe hätten auf Grund von billigen Massenproduktionen weichen müssen.

Der Bauernbundobmann wandte sich mit Leidenschaft gegen den „Spottpreis-Wahn“. Seitinger: „Auch das neue Jahr wurde wieder mit Spottpreis-aktionen eingeläutet, die bei mir die Alarmglocken läuten ließen. Unter diesen Bedingungen kann die regionale Versorgungssicherheit mit besten Lebensmitteln auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden. Wenn wir unsere kleinbäuerlichen Strukturen zerstören, wird Wertschöpfung exportiert und Tierleid importiert.“

Präsident Franz Titschenbacher betonte, dass die Land- und Forstwirtschaft der Motor im ländlichen Raum sei. „Rund 100.000 Menschen im vor- und nachgelagerten Bereich finden Arbeit.“ Titschenbacher will dafür kämpfen, dass der Bauernanteil am Endverbraucherpreis endlich wieder steigt und verlangt faire Erzeugerpreise und die Praxistauglichkeit bei den für die Bauern ausschlaggebenden Gesetzen. Als wichtig bezeichnete er den „Zukunftsplan 2030“ für die heimische Land- und Forstwirtschaft. Die Schwerpunkte dabei: „Unsere Bauern und Bäuerinnen sorgen für gesunde, wertvolle Lebensmittel. Sie stehen für Tierwohl, gepflegte Landschaften und Klimaschutz.“

Vizepräsidentin Maria Pein ging auf die so ungemein wichtige Rolle der Bäuerinnen ein: „Sie sind oft die Seele des Hofs und wichtige Botschafterinnen für heimische Lebensmittel.“

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