Walddialog ist Erfolgsmodell

Vor 15 Jahren wurde der Österreichische Walddialog ins Leben gerufen. Seither findet regelmäßig ein ausgewogener Interessensausgleich zwischen Waldeigentümern, Nutzungsberechtigten und deren Interessenvertretungen, Regierungsorganisationen, NGOs sowie den im Parlament vertretenen politischen Parteien statt.

„Der Österreichische Walddialog ist ein offener, kontinuierlicher und partizipativer Politikentwicklungsprozess. Er ist ein Musterbeispiel für New Public Governance“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger. Dieses Modell finde national und international hohe Beachtung und Wertschätzung, so die Ministerin.

„Österreichs Wälder sind ein Naturschatz und absolut unverzichtbar. 47,6% Staatsfläche sind in Österreich mit Wald bedeckt. 172.000 Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft erwirtschaften jährlich einen Produktionswert von rund 12 Mrd. Euro. Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und gleichzeitig der lebende und wachsende Beweis für Nachhaltigkeit“, stellt Bundesministerin Elisabeth Köstinger im Rahmen des 8. Runden Tisches des Walddialogs fest.

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Unsere Wälder speichern 985 Millionen Tonnen Kohlenstoff

 Österreich ist ein Waldland. Rund 300.000 Menschen beziehen ihr Einkommen aus dem Wald- und Holzsektor. „In den österreichischen Wäldern sind 985 Mio. Tonnen Kohlenstoff gebunden“, berichtet Köstinger. „Damit ist die Kohlenstoffbilanz die mit Abstand größte Einflussgröße auf die Treibhausgasbilanz.“ Anhand dieser Zahlen kann man erkennen, wie wichtig die Rolle des Waldes in Österreich ist.  Darum wurde im Rahmen des Walddialoges die Waldstrategie 2020+ entwickelt. Sie hat die Schwerpunkte und Zielsetzungen in der Waldwirtschaft definiert und aus ihr ist ein Maßnahmenkatalog entstanden, der in den letzten Jahren abgearbeitet wird.

„Mit der schrittweisen Umsetzung der Österreichischen Waldstrategie 2020+ kann und muss den größten aktuellen umweltbezogenen Herausforderungen, Biodiversitätsverlust und Klimawandel, entgegengewirkt werden. Als besonders wichtiger Beitrag zur Klima- und Energiestrategie ist – bei zuletzt steigendem Holzvorrat – die forcierte Holznutzung in einem naturverträglichen Ausmaß zu bezeichnen. Aus Sicht des Umweltschutzes ist dabei auf eine Balance zwischen ökonomischer Ausrichtung und ökologischer Tragfähigkeit zu achten“, erklärt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.

Holz eine Ressource mit Zukunft

Holz ist nicht nur in der Raumwärme zu einem wichtigen Rohstoff geworden. Hackschnitzelanlagen und Biomasse-Heizwerke versorgen inzwischen einen relevanten Anteil an Häusern mit Raumwärme.  Nicht nur zum Beheizen, sondern auch als Baustoff wird Holz immer beliebter. Mit nur zwei Drittel der jährlichen Holznutzung könnten alle Häuser in Österreich aus Holz gebaut werden. Trotzdem wächst immer noch deutlich mehr Holz nach, als jedes Jahr verbraucht wird. „Die Wertschöpfungskette Forst Holz Papier verfügt über enormes Potential in allen Bereichen der Ökonomie und Ökologie. Damit das auch so bleibt, stellen wir uns tagtäglich aktiv den Herausforderungen, die damit verbunden sind. In einer Sektorstrategie für Wald und Holz erarbeiten wir deshalb die Vision für eine nachhaltige ´Wald- und Holzzukunft´. Gemeinsam mit der Politik wollen wir Österreich stärker als Forst- und Holzland positionieren“, so ÖK Rudolf Maximilian Rosenstatter, Vorsitzender der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP)*.

Waldstrategie 2020+ als Vorbild für die Ratspräsidentschaft

 Jede einzelne Maßnahme in der Waldstrategie 2020+ ist transparent und nachvollziehbar dokumentiert. Der Status jedes einzelnen Projekts ist derzeit in einer Datenbank, auf der Internetseite des Bundesforschungszentrum Wald, abrufbar. Diese Transparenz soll Vorbild für die EU-Waldstrategie sein. „In der Österreichischen Ratspräsidentschaft werden wir einen Schwerpunkt auf das Thema Wald legen, ins besonders die stärkere Verankerung der Forstwirtschaft im Bereich der Ländlichen Entwicklung und die Weiterentwicklung und Umsetzung der EU-Waldstrategie stehen auf unserer Agenda sehr weit oben.  Es gibt also viel zu tun. Aber eines muss uns immer klar sein, die Herausforderungen können wir nur bewältigen, wenn alle Betroffenen, und das sind viele, ihren Beitrag leisten und wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger abschließend.

 

Foto: agrarfoto.com Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

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