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Rückblicke und Ausblicke in der Bauernkammer

von Karl Brodschneider

Vier Wochen vor der Landwirtschaftskammerwahl zogen LK-Präsident Franz Titschenbacher und Vizepräsidentin Maria Pein Bilanz und stellten Forderungen auf.

 

Am 24. Jänner findet in der Steiermark die Landwirtschaftskammerwahl statt. LK-Präsident Franz Titschenbacher nahm die nun zu Ende gehende Periode zum Anlass, um gemeinsam mit Vizepräsidentin Maria Pein Bilanz zu ziehen. Diese war von Preisschwankungen in den verschiedenen Produktionssparten sowie den Auswirkungen des Klimawandels geprägt. Dazu kam im Jahr 2020 die COVID-19-Pandemie. Aber gerade diese Krise hat gezeigt: „Auf uns Bauern und Bäuerinnen ist in schwierigen Zeiten Verlass“, sagte der Präsident. Seine Schlussfolgerung lautete daher: „Daher darf uns die Lebensmittelproduktion nicht schwer gemacht werden.“ Sein Wunsch: „Die Selbstversorgung, vorrangig mit wichtigen Lebensmitteln und Rohstoffen, soll in der Bundesverfassung verankert werden!“

Titschenbacher verlangte ein praxistaugliches Bau- und Raumordnungsgesetz. „Baugenehmigungen müssen leichter und schneller erfolgen!“ Und weiter: „Wir brauchen auch Vereinfachungen beim Wasserzugang sowie Entschädigungen für besondere Leistungen beim Umwelt-, Natur- und Grundwasserschutz.“ Auf die neue GAP-Reform blickend, sagte Titschenbacher: „Die ab 2023 geltenden EU-Programme für die Direktzahlungen sowie das bewährte Umweltprogramm und die Maßnahmen für die Bergbauernausgleichszulage müssen für die Betriebe wirtschaftlich machbar und praxistauglich sein.“

Umsatzverlust

Wichtig ist ihm vor allem die längerfristige Planbarkeit. „Investitionen, vor allem in Ställe, sind meistens Generationen-Entscheidungen. Daher brauchen die Bauern auch die Sicherheit, dass das, was bei der Errichtung von Haltungsformen Stand der Technik ist, für die Dauer der Refinanzierung rechtlich gewährleistet bleibt.“ Erfreut zeigte sich Titschenbacher über die im Jahr 2020 erreichten Steuererleichterungen sowie über die Corona-Hilfsprogramme des Bundes und Landes für die Land- und Forstwirtschaft. Allerdings: „Als Zulieferer der Gastronomie haben Schweine-, Rinder- und Geflügelbauern durch den zweiten und dritten Lockdown enorme Umsatzverluste. Die Kammer verlangt prioritär eine rasche, unbürokratische und direkte Unterstützung der vorm Preisverfall betroffenen Bauern – ähnlich dem Umsatzersatz, den die Bundesregierung der Gastronomie zugestanden hat“, sagte Titschenbacher.

Vizepräsidentin Maria Pein machte in ihrem Statement auf die sozialversicherungsrechtlichen Erleichterungen im Jahr 2020 aufmerksam. Ein großes Thema für die Bauernfamilien ist, so Pein, die Pflegereform. „Wir wollen eine bessere Unterstützung der häuslichen Pflege, vor allem eine höhere Unterstützung der 24-Stunden-Pflegekräfte“, sagte Pein und erinnerte daran, dass im bäuerlichen Bereich mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen daheim betreut werden.

Bildungsangebot

Stolz erwähnte Kammerdirektor Werner Brugner, dass das breite Serviceangebot der Landwirtschaftskammer trotz des Lockdowns aufrechterhalten werden konnte. „Mit 120 verschiedenen Beratungsangeboten in allen land- und forstwirtschaftlichen Fachbereichen hat die Landwirtschaftskammer allein im Jahr 2020 flächendeckend mehr als 193.000 Beratungen für die Bäuerinnen und Bauern durchgeführt“, sagte Brugner. Ausführlich beschrieb er auch die Bildungsangebote der Kammer. „Mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut, dem Bildungszentrum Steiermark, der Forstlichen Fachausbildungsstätte Pichl sowie der Lehrlings- und Fachausbildungsstelle zählt die Landwirtschaftskammer zu den Top-Bildungsanbietern des Landes“, betonte Brugner.

 

Foto: LK/Danner

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