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Landjugend trotzt der Krise

von Karl Brodschneider

Landjugend-Generalversammlung: Wie die Landjugend bisher mit Corona umgegangen ist und warum es einen neuen Landesentscheid gibt.

 

Jedes Jahr hält die Landjugend Steiermark ihre Generalversammlung am Nationalfeiertag im Steiermarkhof ab. Im Vorjahr saßen alle mit Schutzmaske und Respektabstand zum Sitznachbarn im Saal. Ein Jahr später kehrte man –am Eingang hatte man peinlich genau auf die Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen geachtet – schon in den „Normalzustand“ zurück.

Wie stark die Corona-Pandemie aber auch die Arbeit der Landjugend beeinflusste, stellten Landesobmann David Knapp und Landesleiterin Angelika Harrer anhand einiger Zahlen dar. Auf Bezirks- und Landesebene wurden 113 Bildungskurse über das Internet abgehalten. Sechs LJ-Landesveranstaltungen wie das Landeseisschießen, die Landeswinter- und Sommerspiele fanden in völlig neuer Form „bei den Mitgliedern daheim“ statt. Auch zwölf Agrarkreissitzungen auf Bezirks- und Landesebene wurden online durchgeführt. „Wir haben uns an Lösungen in dieser außergewöhnlichen Zeit herangewagt und gezeigt, dass die Landjugend krisenfest ist“, betonte Landesobmann Knapp.

Keine Impfaufrufe

Seit dem Sommer läuft vieles in den 213 steirischen Ortsgruppen schon wieder in üblicher Form ab. Allerdings setzt die Landjugend bundesweit auf eine strenge Testpflicht, um – wie es Bundesobmann Martin Kubli formuliert – „maximale Sicherheit zu gewährleisten“. Die Landjugend gibt zwar keine offiziellen Impfaufrufe an ihre Mitglieder, sondern setzt auf Information. Dazu Kubli: „Wir möchten unsere Mitglieder umfassend informieren, damit sich jeder Bursch, jedes Mädchen das bestmögliche Bild für die eigene Entscheidung machen kann.“

Martin Kubli

Der Murtaler Martin Kubli ist Bundesobmann der Landjugend Österreich.

Rückblickend ist Kubli darauf stolz, dass die Landjugend österreichweit bei den Ersten war, die trotz Corona Veranstaltungen anbot und umsetzte. „Wir werden der Politik und den Entscheidungsträgern immer signalisieren, dass das Vereinsleben auch in Corona-Zeiten möglich sein muss. Es steht so viel auf dem Spiel, denn die Jungen leiden unter der Armut an Gemeinschaft am meisten.“ Seine Botschaft ist klar: „Unser Auftrag ist es, für junge Menschen ein cooles Programm anzubieten. Auf die aktuelle Situation müssen wir uns einstellen und trachten, bestmöglich damit umzugehen.“ Und Kubli weiter: „Die Landjugend ist das Schmieröl für den Motor, der durch Corona ins Stottern geraten ist.“

Ohne Mitgliederverluste

Ihre bisherige Vorgangsweise gibt der Landjugend recht. „Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen haben wir keine Probleme mit Mitgliederverlusten“, erklärt der Bundesobmann. Gezeigt hat sich aber, dass die Landjugend bei künftigen Bildungsangeboten vermehrt auf Online-Kurse setzen wird. „Solche Veranstaltungen werden sehr gut angenommen und werden daher teilweise als Online-Veranstaltungen fortgesetzt.“ Kubli merkt allerdings an: „Einer der Grundpfeiler der Landjugend ist die persönliche Begegnung. Das werden wir nie außer Acht lassen.“

Bei den kommenden LJ-Tätigkeiten in der Steiermark stechen zwei Dinge ins Auge. Zum einen planen zahlreiche Bezirksvorstände im kommenden Fasching wieder große Bälle. Zum anderen gibt es heuer die Premiere eines neuen Landesentscheids. In der Schießarena Zangtal findet der Landesentscheid Jagd statt. Diesen Bewerb hat man ins Leben gerufen, weil es unter den Landjugendmitgliedern zahlreiche begeisterte Jägerinnen und Jäger gibt. Am neuen Bewerb dürfen pro Bezirk vier Mitglieder teilnehmen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und im Besitz einer gültigen Jagdkarte sind. Aufmerksam gemacht wurde auch schon darauf, dass das Bundespflügen 2022 in Dobl-Zwaring im Bezirk Graz Umgebung stattfinden wird.

Neu im Landesvorstand

Landesvorstand

Vorne Manuel Repolusk, Angelika Harrer, David Knapp und Nadine Edlinger, dahinter stehend Gabriele Pölzl, Andreas Höfler, Verena Rinnhofer, Lukas Kohl, Isabella Schilling, Stefan Lerchbaum, Barbara Stipper und Heinrich Ertl.

Im Landesvorstand kam es zu zwei Änderungen. Landesobmannstellvertreter Franz Harrer aus Tulwitz und Landesagrarreferent Florian Hörmann aus Bruck an der Mur schieden aus. Ihnen folgten Andreas Höfler aus Stubenberg am See und Heinrich Ertl aus Oberkurzheim nach. Grußwortredner waren Landesbäuerin Viktoria Brandner, LK-Präsident Franz Titschenbacher und Bundesrat Karlheinz Kohnhäusl.

 

 

Beitragsfotos: Katarina Paller, Karl Brodschneider, LJ Steiermark

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