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Klima schützen beim Einkaufen

von Karl Brodschneider

Regionale Lebensmittel sind auch als Geschenke hoch im Kurs. Wer heimische Produkte in den Einkaufskorb legt, unterstützt nicht nur die Wirtschaft und Bauern, sondern leistet auch einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

 

Was das Essen und Schenken zu Weihnachten betrifft, hat LK-Präsident Franz Titschenbacher eine klare Botschaft. Er sagt: „Regionale Lebensmittel essen und schenken hat eine große Wirkung. Wenn jeder steirische Haushalt um nur 3,50 Euro im Monat internationale Lebensmittel durch heimische ersetzt, können damit allein in der Steiermark 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Von dieser zusätzlichen Wertschöpfung profitiert auch die bäuerliche Landwirtschaft. Außerdem haben Lebensmittel aus der Region kurze Transportwege, was ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz ist.“

Weitgereiste Zutaten

Zum besseren Bewusstmachen legt Titschenbacher Vergleiche von mehreren Festessen mit heimischen beziehungsweisen internationalen Zutaten vor. Für eine gefüllte Pute mit Honigkraut und Rotweinbirne können, wenn die Zutaten alle aus der näheren Umgebung kommen, über 60.000 Transportkilometer gespart werden. „Im Produktpreis von weitgereisten Lebensmitteln sind die Umwelt- und Klimakosten gar nicht einberechnet“, gibt er zu bedenken und führt gleichzeitig die hohe österreichische Lebensmittelqualität ins Treffen.

Titschenbacher weist auch darauf hin, dass verschiedene Gütesiegel eine wichtige Orientierungshilfe beim Einkaufen sind. Konkret nennt er das AMA-Gütesiegel, AMA-Genussregion, Gutes vom Bauernhof, das AMA-Biosiegel, Bio-Ernte sowie die von der EU geschützten Herkunftsbezeichnungen g.g.A. sowie geschützte Ursprungsbezeichnungen g.U.

Lebensmittel wegwerfen

Neben dem klimaschonenden Einkauf regionaler Produkte, mit dem lange Transportwege verhindert werden, muss auch der Lebensmittelverschwendung Einhalt geboren werden. Dazu Landesrat Hans Seitinger: „Das Wegwerfen von Lebensmitteln ist moralisch nicht vertretbar.“ In der Steiermark werden jedes Jahr geschätzt 80.000 bis 100.000 Tonnen an Lebensmitteln entsorgt. Rund zwölf Prozent des Restmülls aus den steirischen Haushalten machen Lebensmittel aus. Vor allem zu Weihnachten landen, so Seitinger, 20 Prozent mehr Lebensmittel im Müll als sonst.

Auch bei der Entsorgung in der braunen Biotonne passieren oft gravierende Fehler. Abgelaufene Lebensmittel dürfen nicht mit der Verpackung in die Biotonne geworfen werden. Am besten legt man sein Biosammelgefäss mit Küchenrolle oder Zeitungspapier aus. Wenn man schon ein Sackerl verwendet, dann muss man dieses danach extra entsorgen.

Saubermacher-Gründer Hans Roth appelliert an das richtige Mülltrennen. Nicht nur die Mülltrennung vor und nach dem Weihnachtsfest trägt wesentlich zu einem schonenden Umgang mit der Natur bei. Auch bereits beim Einkaufen kann man sinnvoll Abfall vermeiden. Das Abfallaufkommen steigt, so Roth, rund um Weihnachten und Silvester deutlich an. Daher muss in dieser Zeit ganz besonders auf die getrennte Sammlung von Altstoffen geachtet werden. Und Roth macht noch einmal deutlich: „Allein in der Weihnachtszeit landen in der Steiermark Lebensmittelabfälle im Wert von rund 30 Millionen Euro im Müll.“

Mülltrennung

Wenn solche Abfälle nicht vermieden werden können, ist die richtige Mülltrennung besonders wichtig. „Jeder falsch entsorgte Abfall ist eine Vergeudung wertvoller Ressourcen und erschwert die Aufbereitung des Restmülls“, mahnt Seitinger und ergänzt: „Durch effizientes Recycling können nicht nur wertvolle Ressourcen gewonnen werden, sondern es wird auch das Klima geschont.“

 

 

 

Foto: LK/Danner

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