Erste Frostschäden

von Robert Matzer

Auch in diesem Jahr bleiben die steirischen Obstbauern nicht vom Frost verschont und das bereits zu Beginn der gefährlichen Zeit.

Im gesamten steirischen Obstbaugebiet haben die Temperaturen in den Nächten zu Beginn dieser Woche gefährliche Minusgrade erreicht. Durch den starken, eisigen Wind bildete sich jedoch keine klassische Inversionswetterlage wie in den Jahren 2016 und 2017, sondern es handelte sich diesmal um den sogenannten Advektivfrost. Viele Frostschutzmaßnahmen konnten daher leider nicht eingesetzt werden und die ersten Frostschäden sind dadurch zu erwarten. Während die Lage bei Kernobst noch nicht als kritisch beurteilt wird, dürften die früher blühenden Steinobstsorten wesentlich stärker geschädigt worden sein.

Frostschäden

Herbert Muster, Beratungsleiter für Kern- und Steinobst, gibt einen Überblick: „Beim Kernobst sind die Blüten durchwegs noch nicht geöffnet. Daher hofft man, dass es kaum zu Ertragsminderungen kommen wird. Das tatsächliche Ausmaß ist jedoch erst nach der Blüte Mitte Mai abschätzbar. Vereinzelt wurden Flächen beregnet, was im Nachhinein aber problematisch war. Da die Temperaturen am Montag für ein Schmelzen des Eises nicht ausreichend angestiegen sind, hätten die Flächen durchgehend weiter beregnet werden müssen. Das war jedoch aufgrund des bereits großen Eisgewichts kaum möglich. Dadurch könnte die Situation in diesen Anlagen verschlimmert worden sein.“

Größere Sorgen haben dagegen bereits die Steinobst-Bauern. Andreas Pross bewirtschaftet mehrere Hektar Bio-Pfirsiche in der oststeirischen Gemeinde Ilztal und schätzt die Lage in der Branche ein: „Stark windexponierte Lagen und früh blühende Sorten sind sicher stärker geschädigt. Vereinzelt werden hier wohl starke Ausfälle zu verzeichnen sein. Dort wo die Blüten noch eher geschlossen waren, gehen wir derzeit nicht von einem Totalausfall aus.“

Pfirsichplantage in Vollblüte

Bereits geöffnete Steinobst-Blüten waren den Frostnächten teils schutzlos ausgeliefert. Foto: Matzer

Auch an der Versuchsstation für Obst- und Weinbau in Haidegg verfolgte man die Situation genau. Referatsleiter Leonhard Steinbauer dazu: „Wir haben in dieser Woche eine der kältesten Nächte in diesem Winter erlebt. Durch den starken Wind war von Sonntag auf Montag nicht an Frostschutzmaßnahmen zu denken. Die Nacht darauf haben wir auf den Steinobst-Versuchsflächen Kerzen in doppelter Besatzdichte aufgestellt. Dadurch konnte die Feuchttemperatur von minus sieben auf minus vier Grad Celsius angehoben werden. Ob das gereicht hat, um Versuche zu retten, werden wir sehen.“

Frostschutzkerzen in einer Steinobstplantage leuchten in der Nacht

An der Versuchsstation in Haidegg wurden in der Nacht auf Dienstag Frostkerzen aufgestellt. Foto: Darnhofer

Wie es weiter geht

Bauern und Fachexperten sind sich aber einig: Die Frost-Saison steht erst am Anfang und wird noch bis Mitte Mai andauern. Wie die Situation nun weiter gehen wird weiß Alexander Podesser, Leiter der ZAMG Steiermark: „Das Schlimmste in dieser Woche ist vorbei. Die Morgentemperaturen sollten in den kommenden Tagen nicht unter minus einem Grad Celsius liegen. Bis zum Wochenende könnte allerdings Schneefall, in den tieferen Lagen Schneeregen, eintreten. Richtig warm wird es nicht und es könnten Anfang April bereits die nächsten Frostnächte auftreten.“ Es bleibt also zu befürchten, dass das noch nicht alle Frostschäden in diesem Frühjahr waren.

Beitragsbild: Werner-stock.adobe.com

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