Parktherme

Die Abgeordneten-Bürgermeister

von Karl Brodschneider

Viele steirische Abgeordnete im Nationalrat und Landtag sind auch Bürgermeister beziehungsweise Vizebürgermeister.

Was haben Andreas Kühberger (großes Bild) aus Mautern, Christoph Stark aus Gleisdorf, Joachim Schnabel aus Lang und Ernst Gödl aus Dobl-Zwaring gemeinsam? Sie sind alle Nationalratsabgeordnete und Bürgermeister beziehungsweise Vizebürgermeister. Und weil sie in ihren Gemeinden führend tätig sind, nehmen sie die Auswirkungen von im Nationalrat beschlossenen Gesetzen sehr rasch wahr.

Noch wichtiger sind ihre kommunalpolitischen Erfahrungen, die sie für ihre Arbeit in den Ausschüssen, im Plenum und im ÖVP-Klub einbringen. „Meine Tätigkeit als Sozialhilfeverbandsobmann von Graz-Umgebung ist für mich eine wahnsinnig wichtige Informationsquelle, denn dadurch kann ich mich auf Bundesebene fachlich sehr gut einbringen, wie ich es zum Beispiel beim Sozialhilfe-Grundsatzgesetz getan habe“, sagt Abg. z. NR Ernst Gödl.

Einen großen Unterschied zwischen der Gemeinde- und Bundesebene nennt der Obersteirer Andreas Kühberger: „In der Gemeinde erfolgen die Beschlüsse meist einstimmig, in Wien müssen die Parteien viele Kompromisse eingehen, um ans Ziel zu gelangen.“ Eines hat er allerdings rasch erfahren dürfen: „Von anderen Abgeordnetenkollegen wird uns Bürgermeister viel Wertschätzung entgegengebracht, weil sie wissen, dass man als Gemeindefunktionär sein politisches Handwerk von der Pike auf gelernt hat.“

Wahlziel

In den kommenden Wochen ist Kühberger ebenso wie seine steirischen Abgeordneten-Kollegen damit beschäftigt, eine gute Gemeinderatswahl zu schlagen. Und da hat sich der Bauer aus Mautern die Latte selbst sehr hochgelegt. Er will wieder das ÖVP-Ergebnis von 2015 erreichen. Damals schnellte die ÖVP Mautern von 49 auf 72 Prozent hinauf und zählte zu den großen Wahlgewinnern im Land.

Auch im Steiermärkischen Landtag wird die Volkspartei von vielen Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen vertreten. Dazu zählen Gemeindebundpräsident Erwin Dirnberger aus Söding-St. Johann, Maria Skazel aus St. Peter im Sulmtal, Silvia Karelly aus Fischbach, Bruno Aschenbrenner aus St. Marein-Feistritz und Armin Forstner aus St. Gallen.

Konsequent sein

Wie lassen sich das Bürgermeister-Amt und die Abgeordneten-Tätigkeit unter einen Hut bringen? „Man muss sehr konsequent, diszipliniert und fleißig sein“, gesteht Silvia Karelly, „und die Familie muss voll dahinterstehen.“ Denn eines trifft auch auf die Abgeordneten-Bürgermeister zu: der Tag hat nur 24 Stunden.

 

Beitragsfoto: Arthur

 

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