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Der Waldfonds ist eröffnet

von Karl Brodschneider

Der Waldfonds ist mit 350 Millionen Euro dotiert. Sechs von zehn Maßnahmen des Waldfonds können schon beantragt werden.

Die Steiermark stellt im ersten Halbjahr 2021 den Vorsitz in der Landesagrarreferentenkonferenz. Aus diesem Grund führte Landesrat Hans Seitinger ein Gespräch mit Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, um ihr seine zentralen Anliegen vorzustellen und um mit ihr agrarpolitische Schwerpunkte abzustimmen. Dazu zählt die Gemeinsame Agrarpolitik. Vor allem in den Bereichen Umweltmaßnahmen, Investitionsunterstützungen, Stärkung der Bergbauernbetriebe sowie bei der Etablierung von Innovationen im Agrarbereich stehen wichtige Entscheidungen an. Neben den Fragen zur GAP will Seitinger einen Fokus auf die Ernährungskompetenz legen. Sein Augenmerk gilt der verstärkten Verwendung von regionalen Lebensmitteln in Großküchen und in der Gastronomie.

Zentrales Gesprächsthema war der mit 350 Millionen Euro dotierte Waldfonds, für den Köstinger die ersten konkreten Maßnahmen in einem Ausmaß von 200 Millionen Euro präsentierte. Seit Anfang Februar können die Waldbauern Gelder in sechs verschiedenen Fördergruppen abrufen. Diese betreffen die Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen nach Schadereignissen, die Regulierung der Baumartenzusammensetzung zur Entwicklung klimafitter Wälder sowie die Abgeltung von durch Borkenkäferschäden verursachtem Werteverlust. Zudem sind darin die Errichtung von Nass- und Trockenlagern für Schadholz, vorbeugende Forstschutzmaßnahmen sowie Regelungen zur Waldbrandprävention enthalten.

Was noch geplant ist

Die weiteren geplanten Maßnahmen im Waldfonds betreffen vor allem die Forschung, die verstärkte Verwendung des Rohstoffes Holz sowie die Biodiversität. „Mit den Maßnahmen aus dem Waldfonds der Bundesregierung werden unsere steirischen Bestrebungen für einen nachhaltigen und klimafitten Wald noch einmal verstärkt“, zeigte sich Agrarlandesrat Seitinger erfreut. Er betonte: „Nur ein bewirtschafteter Wald ist auch ein effizienter Kohlendioxid-Speicher. Der Waldfonds unterstützt in erster Linie zukunftsorientierte Investitionen in einen klimafitten Wald. Für die Steiermark als Wald- und Innovationsland Nummer eins bringt dieses Paket enorme Chancen, insbesondere für unsere innovativen Holzbautechnologien.“

Seitinger erinnerte im Gespräch auch an die im Vorjahr in der Steiermark gestartete Initiative WALD:STARK. Sie vermittelt Wissen zur Baumartenvielfalt, Waldpflege sowie Holzverwendung. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Beratung hinsichtlich der Aufforstung mit klimawandelresistenten Baumarten. Der Wald spielt, so Seitinger, in der Steiermark eine große Rolle. Er nimmt nicht nur über 60 Prozent der Landesfläche ein, sondern ist mit 55.000 Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette auch ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor.

Klimaschutz

Der obersteirische Nationalratsabgeordnete und Forstwirt Andreas Kühberger meldete sich zum Klimafonds ebenfalls zu Wort. „Unsere Wälder sind nicht nur wichtig für den Klimaschutz. Sie liefern auch den wichtigsten nachwachsenden Rohstoff, schützen vor Naturgefahren und sichern Arbeitsplätze. Daher sind diese Investitionen in die Zukunft unserer Wälder und Waldbauern auch für unsere Wirtschaft und unsere Natur so wichtig“, fasste Kühberger zusammen.

 

Beitragsfoto: Kaufmann

 

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