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Das Leben in Todesgefahr

von Karl Brodschneider

Im Baltikum liegt die russische Enklave Kaliningrad. Hier hat Russland auch seine Ostsee-Flotte stationiert. Die wirtschaftliche Versorgung dieses Gebiets vom Mutterland erfolgt großteils mit der Eisenbahn, die allerdings über litauisches Staatsgebiet führt. Als Folge der russischen Invasion in der Ukraine verbietet nun Litauen einen Teil von russischen Warenlieferungen in die Enklave Kaliningrad. Diese Entscheidung ist nicht unproblematisch, denn es könnte zu einer direkten Konfrontation Russlands mit der NATO führen.

Und immer wieder taucht bei einem solchen Szenario der nicht auszuschließende Einsatz von Atomwaffen auf. Was das heißt, ist eigentlich unvorstellbar. Eine Ahnung davon bekam man aber in dieser Woche bei einer Tagung in Wien zu diesem Thema. Die USA und Russland sind im Besitz von 90 Prozent der Atomwaffen weltweit. Etwa 750 Sprengköpfe gibt es weltweit mit der Größe der Bombe von Nagasaki. Zur Erinnerung: beim Abwurf der Atombombe auf die japanische Stadt Nagasaki am 9. August 1945 starben 22.000 Menschen sofort und 39.000 Menschen innerhalb der nächsten vier Monate.

Aber längst gibt es viel stärkere Atombomben. Wie in Wien jetzt mitgeteilt wurde, haben 3760 Sprengköpfe eine fünf Mal höhere Sprengkraft als die Nagasaki-Bombe und mehr als 4000 Sprengköpfe eine bis zu 200-fache Sprengkraft. Das heißt, dass es keine kleinen Atombomben gibt. Der Einsatz einer einzigen hätte katastrophale Folgen für die ganze Menschheit. Ob sich die Verantwortlichen der Atommächte dessen bewusst sind?

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