Diese Doppelmoral schadet den Bauern

von Karlheinz Lind

In den letzten Wochen und Monaten häufen sich die Hilferufe der heimischen Geflügelbauern. Immer öfter werden im Einzelhandel österreichische Qualitätsprodukte durch Billigimporte aus dem Ausland ersetzt.

In diesen Tagen brachte eine Meldung das Fass zum Überlaufen. Laut Recherchen der Initiative oekoreich soll im österreichischen Lebensmittelhandel ausländisches Putenfleisch aus tierquälerischer Haltung vermarktet werden. Bei diesen gravierenden Tierrechtsverstößen soll auch „Toe Trimming“ zum Einsatz kommen.

Bei dieser Methode werden Küken kurz nach dem Schlupf mittels Mikrowellentechnologie die Zehen verödet, damit sich die Tiere bei dichter Belegung im Stall nicht verletzen und so die Schlachtkörperqualität trotz der beengten Haltungsbedingungen unbeeinträchtigt bleibt. In Österreich ist dieses „Toe Trimming“ nach dem Bundestierschutzgesetz verboten und wird von der Geflügelwirtschaft Österreich auf das Schärfste verurteilt.

Heimisches Putenfleisch hingegen steht für höchste Qualität und erfüllt höchste gesellschaftliche Ansprüche an Tier- und Umweltschutz. Dafür stehen auch die österreichischen Familienbetriebe mit ihren überschaubaren Betriebsgrößen und dem engen Kontakt zu ihren Tieren.

Nicht zu Unrecht fordern die betroffenen Landwirte einen Importstopp von Putenfleisch aus tierquälerischer Haltung sowie eine lückenlose Kennzeichnung der Herkunft. Und dies ist auch dringend notwendig, um den heimischen Putenmästern wieder Perspektiven bieten zu können.

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