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Bauernbund-Demonstration in Leoben

von Karl Brodschneider

Die Bauernbund-Demonstration in Leoben war ein Aufschrei der Milchbauern und ein Appell an den Handel um faire Zusammenarbeit.

Es waren weit mehr als 50 Traktoren und etwa 250 Bauern und Bäuerinnen, die am Mittwochvormittag vor dem INTERSPAR in Leoben für landesweite Aufmerksamkeit sorgten. In einer österreichweit abgestimmten Protestaktion, die ausschließlich vor den SPAR-Zentralen und SPAR-Geschäften stattfand, gab der Bauernbund eine sehr ernst gemeinte Warnung ab.

Demonstration Leoben

Die Bäuerinnen und Bauern forderten vom Handel mehr Fairness.

„Uns ist der Geduldfaden gerissen“, sagte LK-Präsident Franz Titschenbacher. „Die Kundgebung vor dem Supermarkt in Leoben ist der erste Schritt, um unseren Unmut über die unfaire Preispolitik des Handels auszudrücken.“ Derweilen das Ziel des Bauernbundes klar ist. „Mit den österreichweiten Protestaktionen wollen wir Bewegung in die Preispolitik bringen, weil unsere Bauern für ihre Vorreiterrolle im Umwelt- und Tierschutz faire Preise verdienen“, betonte Titschenbacher.

Preisverhandlungen

Bauernbund-Landesobmann Hans Seitinger erklärte den Auslöser für diese Kundgebung. Schon seit einigen Wochen laufen zwischen den großen Handelsketten und österreichischen Molkereien Preisverhandlungen. Weil die Molkereien und Milchbauern einem enormen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt sind, strebt man auf dem Verhandlungsweg eine annehmbare Lösung an.

Traktoren bei Demo

Die Bauern waren auch mit zahlreichen Traktoren nach Leoben gefahren.

Für drei der vier großen Lebensmittelhändler in Österreich ist diese prekäre Situation dem Vernehmen nach Anlass gewesen, auf die Molkereien zuzugehen und Preiserhöhungen für die gesamte Milchpalette zu akzeptieren. „Nur die Vertreter von SPAR Österreich weigern sich, einen fairen Preis für den Fleiß der Bauern zu bezahlen“, machte Seitinger aufmerksam. Er verwies darauf, dass dieser Preiskampf unverantwortlich sei, denn „die heimische Landwirtschaft leistet durch regionale Produkte, kurze Transportwege sowie den Erhalt der Kultur- und Erholungslandschaft einen wesentlichen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt“.

Forderungskatalog

Begleitet wurde die Protestaktion, an der auch MEP Simone Schmiedtbauer, Landesbäuerin Gusti Maier, die beiden Nationalratsabgeordneten Andreas Kühberger und Ernst Gödl, LAbg. Hubert Lang sowie zahlreiche Kammerobmänner teilnahmen, mit einem Forderungskatalog des Bauernbundes. Darin spricht man sich gegen Rabattschlachten bei hochwertigen Lebensmitteln aus. „Es gibt keinen Rabatt auf Umwelt-, Klima- und Tierschutz“, sagte Seitinger. Weiters fordert man mehr Wertschätzung für Österreichs Vorreiterrolle beim Umwelt- und Tierschutz durch eine faire Preisgestaltung. Die hohen österreichischen Standards zu Weltmarktpreisen sind nicht möglich. Auch das unsägliche Spiel mit dem rot-weiß-roten Fähnchen auf Lebensmitteln aus dem Ausland will man beendet wissen. „Es darf nur Österreich draufstehen, wo Österreich drinnen ist!“, stellte Seitinger unmissverständlich fest.

 

Beitragsfotos: Arthur

 

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