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Bäuerin der Woche: Claudia Stögerer

von Karl Brodschneider

Wenn Claudia Stögerer aus Pinggau bestimmte Dialektausdrücke verwendet, lassen sich ihre niederösterreichischen Wurzeln nicht verleugnen. Seit zwei Jahren ist sie Bauernbund-Schriftführerin.

Als die Marktgemeinde Pinggau vor zweieinhalb Jahren eine Mitarbeiterin für die Bereiche Lohnverrechnung und Bürgerservice suchte, gab auch Claudia Stögerer aus Baumgarten ein Bewerbungsschreiben ab. „Ich bin ausgebildete Diplomlohnverrechnerin und hatte schon eine mehrjährige Berufserfahrung in einigen niederösterreichischen Steuerberatungskanzleien“, erzählt die 33-jährige Bäuerin. Dass sie dann den 25-Stunden-Job bekam, machte sie glücklich. „Solange meine Schwiegereltern so rüstig sind und aktiv im Betrieb mitarbeiten, ist diese Tätigkeit in der Gemeinde für mich und meinen Mann Reinhard ideal“, so Stögerer.

Feuerwehrfrau

Aufgewachsen ist sie als zweitältestes von fünf Kindern einer Bauernfamilie in der 1200 Einwohner-Gemeinde Lichtenegg in der Buckligen Welt. „Meine Eltern haben einen Mutterkuhbetrieb und führen den Mostschank Kornfell“, erzählt sie. Dass es die junge Frau in die Steiermark verschlagen hat, verdankt sie der Feuerwehr. „Bei einem Feuerwehrfest in Gleichenvach/Hollenthon lernte ich meinen Mann kennen“, lässt sie wissen. Sie selbst ist eine begeisterte Feuerwehrfrau, war in Lichtenegg Mitglied der Wettkampfgruppe und legte auch das Funkleistungsabzeichen in Gold ab.

Längst ließ sie sich in die Freiwillige Feuerwehr Baumgarten, eine der fünf Wehren in der Marktgemeinde Pinggau, überstellen und hält ihrem Mann Reinhard – er ist Kommandant der FF Baumgarten – den Rücken frei. „Auch mein Vater war Feuerwehrkommandant und ich weiß, wieviel Zeit man als Feuerwehrhauptmann für den Dienst am Nächsten aufbringen muss. Von daher bin ich es gewohnt, dass mein Mann an den Wochenenden viel unterwegs ist.“

Die Feuerwehr half ihr auch, sehr rasch Kontakte mit den Pinggauern zu knüpfen. „Das war für mich anfangs schon ein Vorteil“, gesteht sie. Aber kontaktscheu war sie nie. In der Landjugend war sie Ortsgruppen- und Bezirksleiterin, im Musikverein Lichtenegg spielte sie Querflöte.

Dreifache Mutter

Stögerer mit Kinder

Claudia Stögerer mit ihren drei Kindern Hannah (6), Thomas (4) und Manuel (3).

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten hat sie vorerst ruhend gestellt, denn ihre Kinder Hannah, Thomas und Manuel nehmen ihre ganze Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. Für Hannah beginnt im Herbst ein neuer Lebensabschnitt. Sie kommt in die Schule. „Die Dirn freut sich schon riesig“, lässt die junge Mutter wissen und meint damit Hannah. Solche Dialektausdrücke wie „Dirn“ für „Dirndl“ sind typisch niederösterreichisch. „Mein Mann zigiert mich manchmal, wenn ich solche in Niederösterreich gebräuchlichen Ausdrücke verwende“, lacht Claudia Stögerer. „Umgekehrt sagt meine Mutter immer, dass ich jetzt schon eine ganze Steirerin geworden bin, wenn ich zum Beispiel vom Wegräumen der Grentn rede, während die Niederösterreicher Asteln dazu sagen.“ 

Am Betrieb Stögerer vulgo Pal ist sie am Abend immer für das Melken der 21 Fleckviehkühe zuständig. „Wir sind ein Milchviehbetrieb und dreimal in der Woche stellt mein Schwiegervater in der Früh die Milch in Flaschen zu 30, 40 sogenannten Müli-Kundschaften zu.“

Vor zwei Jahren übernahm Claudia Stögerer in der Bauernbundortsgruppe Pinggau die Funktion der Schriftführerin und schreibt regelmäßig Beiträge für das Steirerland. Das heißt, dass die Lokalnachrichten aus Pinggau garantiert aus ihrer Feder stammen.

Zur Person:

  • Claudia Stögerer (33)
  • Baumgarten 9, 8243 Pinggau
  • Verheiratet mit Reinhard, Kinder Hannah (6), Thomas (4), Manuel (3)
  • Diplomlohnverrechnerin und Bäuerin am Milchviehbetrieb vulgo Pal
  • Feuerwehrmitglied, Bauernbund-Schriftführerin
  • Telefon 0664 88699198

 

Beitragsfoto: Brodschneider

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