Der Dauerregen war zu stark

von Karl Brodschneider

Die Gemeinde Stadl-Predlitz wurde zum Katastrophengebiet erklärt und hatte durch ein neues Hochwasserschutzprojekt Glück im Unglück.

Die extremen Niederschläge am vergangenen Wochenende führten in vielen Gemeinden in Kärnten, Osttirol und Salzburg zu schweren Schäden und forderten sogar ein Todesopfer. In der Steiermark waren vor allem die Bezirke Murau und Murtal von Überschwemmungen, Murenabgängen und Hangrutschungen durch den Dauerregen betroffen. Besonders schlimm erwischte es die Gemeinde Stadl-Predlitz. „Wir leben in einer Bergregion, da gibt es immer wieder Rutschungen“, bleibt Bürgermeister Johannes Rauter ruhig. „Bisher war davon immer nur ein bestimmtes Gebiet oder Ortsteil betroffen, aber diesmal kam es in der gesamten Gemeinde Stadl-Predlitz zu schweren Schäden.“

Totaler Stromausfall

Eigentlich hat die Katastrophe in der im südwestlichsten Zipfel unseres Landes liegenden Gemeinde schon am Mittwoch der Vorwoche begonnen. Durch große Schneebruchschäden kam es in Stadl zu einem länger als 30 Stunden dauernden Total-Stromausfall. Am Sonntag mussten wegen des Dauerregens und der damit verbundenen Murengefahr 23 Häuser evakuiert und 50 Einwohner bei Verwandten oder Freunden untergebracht werden. Immer mehr Muren gingen ab und beschädigten die Bundesstraße, Gemeindestraßen und Hofzufahrtswege.

Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landesrat Hans Seitinger machten sich am Montag vor Ort ein Bild über das Ausmaß der Verwüstungen. Welche Schäden an der kommunalen Infrastruktur, an Gebäuden und in den Wäldern tatsächlich aufgetreten sind, lässt sich erst im Laufe der nächsten Tage in Zahlen kleiden. Für den in der Steiermark für Hochwasserschutz zuständigen Landesrat Hans Seitinger stand aber eines schon fest: „Diese Naturkatastrophe in Stadl-Predlitz zeigte wiederum auf, wie wichtig der Bau von Schutzmaßnahmen, eine konsequente Raumordnung sowie die rechtzeitige Warnung der Bevölkerung vor derartigen Ereignissen ist. Es war nahezu eine göttliche Fügung, dass wir vor gut drei Moanten eine große Schutzmaßnahme eröffnen konnten, die furchtbarste Schäden und enormes Leid für die Gemeinde und ihre Bewohner verhindert hat.“

Landesrat Hans Seitinger mit Bürgermeister Johannes Rauter und LH Hermann Schützenhöfer besichtigen die Schäden.

Landesrat Hans Seitinger mit Bürgermeister Johannes Rauter und LH Hermann Schützenhöfer besichtigen die Schäden.

Bürgermeister Rauter bestätigte das: „Dieses von Landesrat Seitinger angesprochene Hochwassserschutzprojekt hat sich jetzt schon mehr als bezahlt gemacht. Ohne dieses Projekt hätten wir jetzt im Ortsteil Predlitz massivste Schäden gehabt.“

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer nützte die Gelegenheit, sich bei allen Helfern zu bedanken und sagte: „Danke an alle Einsatzkräfte, die hier perfekt zusammenspielen. Das Wichtigste ist aber vor allem, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“ Diesen Worten schloss sich auch Bürgermeister Rauter an: „Mein persönlicher Dank gilt allen Ehrenamtlichen, die helfen, sowie der ganzen Bevölkerung, die unaufgefordert die Einsatzkräfte mit Tee, Getränken und Jause versorgt.“

Kein Zugverkehr

Von den Murenabgängen waren nicht nur Straßen- und Verbindungswege, sondern auch die Murtalbahn betroffen. Hunderte Meter Gleis wurden weggeschwemmt oder unterspült, sodass der Unterbau weg ist. Für die Steiermärkischen Landesbahnen zählt der Millionenschaden zur größten Unwetterkatastrophe in der Unternehmensgeschichte. Die Bahnstrecke bleibt jetzt wochenlang unterbrochen.

Fotos: Lebensressort

 

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