Aufregung um Schweinepreis

Bauernbund-Obmann und Agrar-Landesrat Hans Seitinger kritisiert vehement den Stil der derzeitige Disskussion um die Schweinepreise.

Die Disskussion um das bald teurer werdende Schweineschnitzel führt  in der Branche zu einer großen Aufregung. Dazu spricht der Bauernbundobmann auch Klartext: „Wenn die Schweinebauern nach langer Durststrecke endlich wieder aus einer für sie ausweglosen Situation herauskommen und ihren Kopf gerade wieder über Wasser halten können, ist so eine Dabette mehr als verzichtbar.“ Fakt ist, sagt Seitinger, „dass unsere Lebensmittel unter sehr hohen Standards produziert werden. Daher ist alles daran zu setzen das diese nicht mehr zu Spottpreisen angeboten, oder gar als Lockartikel missbraucht werden! Vielmehr sollte es uns am Herzen liegen, der Versorgungssicherheit im eigenen Land höchste gesellschaftliche Priorität einzuräumen, da sich unsere Welt ohnehin in sehr bewegten Zeiten befindet.“

Harte Zeiten

Seitinger weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Schweinebauern mehr als harte Zeiten hinter sich haben: „Keine andere Branche war in den letzten Jahren so sehr von Preisschwankungen betroffen, wie die heimischen Schweinebauern. Über viele Monate hinweg mussten sie auf Grund von europäischen Überangeboten und durch das Russland-Embargo Preistiefs hinnehmen. Mit den erzielbaren Preisen konnten nicht einmal mehr die Entstehungskosten abgedeckt werden. Daher mussten die Schweinebauern nicht nur von ihrer betrieblichen Substanz leben, sondern konnten auch geplante Investitionen zur betrieblichen Verbesserung vielerorts nicht mehr vornehmen. Dieser Investitionsstopp bedeutete einerseits einen Einbruch in dieser Sparte und wirkte sich andererseits auch auf viele unternehmerische Branchen, wie beispielsweise die Bauwirtschaft, das Baunebengewerbe oder andere nachgelagerte Bereiche aus.“

Höfe stillgelegt

Noch vor wenigen Monaten lag der Schweinepreis zwischen 1,14 Euro und 1,17 Euro pro Kilogramm – als Vergleich dazu lag er im Jahr 1990 bei zwei Euro. Viele kleinere Betriebe mussten auf Grund dieser Notsituation ihren Hof stilllegen.

Exportoffensive

Der Landesrat weiter: „Durch eine verstärkte Nachfrage im heurigen Jahr, insbesondere durch die massive Export-offensive von Bundesminister Rupprechter kam es zu einem längst notwendigen Preisanstieg, der die Produzenten zumindest knapp in die schwarzen Zahlen brachte. Damit ging ein gewisses Aufatmen der Betriebe und eine spürbare Investitionsentwicklung einher. Diese Situation gilt es jetzt auch mit aller Kraft abzusichern!“

Foto: Archiv

 

 

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