Weichberger

Waldfonds sorgt für klimafitte Wälder

von Karl Brodschneider

Der Waldfonds wird von vielen verschiedenen Seiten sehr positiv beurteilt. Das zeigte sich bei zwei Presseterminen in Ligist und in Leoben.

 

Mit der Einrichtung des Waldfonds kann die zentrale Rolle des Waldes gestärkt werden. Im Zuge eines Lokalaugenscheins bei der Aufarbeitung von Schadholz in der Gemeinde Ligist stellten Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Landesrat Hans Seitinger zentrale Aspekte des ersten Maßnahmenpakets aus dem Waldfonds für die steirische Forstwirtschaft vor.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger betonte: „Unsere Wälder brauchen Hilfe! Der Waldfonds ist ein Rettungs- und Zukunftspaket. Jeder Euro, den wir in unseren Wald investieren, ist eine Investition in die Zukunft! Es stehen für die Steiermark 26 Millionen Euro für unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern zur Auszahlung zur Verfügung. Mit jedem gepflanzten Baum leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Intakte Wälder sind die beste natürliche Klimaanlage, die es gibt. Die Maßnahmen reichen von der Unterstützung bei der Wiederaufforstung bis hin zur Einrichtung von Holzlagerstätten und Forstschutzmaßnahmen. Unser Ziel ist es, mit dem Waldfonds die angespannte Lage in unseren Wäldern zu entschärfen.“

Wiederaufforstung

Von größter Bedeutung ist die Unterstützung von Wiederaufforstungs- und Pflegemaßnahmen nach Schadholzereignissen. Insbesondere der voranschreitende Klimawandel führt vermehrt zu Schäden. Neben dem Borkenkäfer sind in der Steiermark insbesondere Sturmschäden und Schneebrüche – wie vor Ort in Ligist – massive Bedrohungen für den Waldbestand. Einen weiteren Schwerpunkt bilden in der Steiermark die Maßnahmen zur Baumartenzusammensetzung sowie die Unterstützung der mechanischen Entrindung, um die Ausbreitung von Schädlingen auf natürliche Weise einzuschränken.

„Die Maßnahmen des Waldfonds sind eine enorme Unterstützung bei unserem Bestreben, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften “, erläuterte Landesrat Hans Seitinger. Er fuhr fort: „Von Seiten des Landes  unterstützen wir die Forstwirte auch bei der Auswahl der geeignetsten Baumart für den jeweiligen Standort. Die Wahl der richtigen Baumart entscheidet heute darüber, wie gesund der Wald morgen ist. Nur ein klimafitter und nachhaltig bewirtschafteter Wald kann all seine vielfältigen Funktionen wahrnehmen.“

Viele Arbeitsplätze

Der Wald nimmt in der Steiermark nicht nur 62 Prozent der Landesfläche ein. Er ist mit 55.000 Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette auch ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor.  Von den steirischen Waldbäuerinnen und Waldbauern werden Jahr für Jahr rund fünf Millionen Bäume gepflanzt und über 15.000 Hektar im Zuge von Jungwuchspflege und Durchforstungsmaßnahmen bearbeitet.  

Große Schadholzmengen

Der Waldfonds stand auch bei einem Betriebsbesuch von Bauernbund-Präsident Georg Strasser beim Sägewerk Mayr-Melnhof in Leoben im Mittelpunkt der Gespräche. Strasser sagte: „Über 60 Prozent der gesamten österreichischen Holzernte 2019 waren Schadholz. Diese riesigen Schadholzmengen sind ein Warnsignal. Es verwundert nicht, dass Waldbauern nicht mehr von den Einnahmen aus der Forstwirtschaft leben können. So ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gefährdet. Deshalb investiert die Bundesregierung jetzt 350 Millionen Euro in die heimischen Wälder. Davon profitiert die gesamte Wertschöpfungskette – vom Waldbewirtschafter über die Sägewerke bis hin zur verarbeitenden Industrie. Deshalb ist dieser Waldfonds für mich das beste Beispiel für gelebte ökosoziale Forstwirtschaft.“

Vorstandsvorsitzender Richard Stralz, CEO Mayr-Melnhof Holz Holding AG, ließ wissen: „Die Industrie begrüßt das Waldfondgesetz, insbesondere weil im Rahmen der Holzbauoffensive die gesamte Wertschöpfungskette Berücksichtigung findet.“  

Leoben Mayr Melnhof

Bei einem Betriebsbesuch von BB-Präsident Georg Strasser bei Mayr-Melnhof in Leoben ging es auch um den Waldfonds.

Auch Kammerobmann Andreas Steinegger äußerte sich dankbar: „Der Bezirk Leoben ist zwischen Niklasdorf und Kraubath von der Klimaveränderung sehr stark betroffen. Mit diesem Waldfonds wird die Aktion Mutterbäume ausgeweitet und der Zuschuss erhöht. Damit bekommen wir die Möglichkeit, standortangepasste Forstpflanzen auch in unserer Region zu pflanzen und dem Klimawandel zu trotzen. Außerdem freut es mich sehr zu wissen, dass in einem PEFC-Produkt mein eigener Rohstoff Holz wiederzufinden ist.“

Gütesiegel

Kurt Ramskogler, Obmann PEFC-Austria, informierte: „PEFC ist das führende Gütesiegel für Produkte aus nachhaltiger, aktiver und klimafitter Waldbewirtschaftung aus Österreich. Am PEFC-Zertifizierungsprozess nehmen derzeit rund 80.000 Familienforstbetriebe sowie rund 540 holzverarbeitende Unternehmen teil. PEFC ist dankbar, dass der Waldfonds mit seinen zehn Maßnahmen Investitionen in die Zukunft des Waldes ermöglicht. Mit dem Waldfonds wird die Bedeutung des Waldes im Klimawandel deutlich hervorgestrichen. Damit wird auch die Wertigkeit von PEFC-Holzprodukten gehoben.“

Rudolf Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich, begründete seine Begeisterung für den Waldfonds: „Weil wir die wirtschaftlich harte Zeit mit dem Waldfonds ausgleichen können. Ein besonderes Augenmerk wird auf den klimafitten Wald gelegt, den wir mit dem besten Pflanzmaterial für uns und die Gesellschaft aufbauen können. Aktive Waldbewirtschaftung ist Lebensraumsicherung. Zusätzlich brauchen wir einen zweiten Wald in der Stadt, nämlich einen Wald aus Holzhäusern! Die österreichischen Waldverbände danken der Ministerin für diesen Waldfonds!“

 

Beitragsfotos: BMLRT/Lendl, Pfaffenbichler

 

 

 

 

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