Auf ins neue Müll-Zeitalter

Mit einem „Ressourcenpark“ beginnt für 29 Gemeinden des Bezirkes Leibnitz eine neue Ära der Abfallwirtschaft und es entsteht ein wichtiges Vorbild.

Mit dem Spatenstich wurde jüngst der Bau dieses Vorhabens begonnen, das im ganzen Land große Beachtung findet. Der zuständige Landesrat Hans Seitinger: „Der Ressourcenpark ‚Kernraum Leibnitz‘ ist ein Leitprojekt. Es wird weit über die Bezirksgrenzen hinaus eine Signalwirkung im Aufbau einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft haben. Damit nutzt man das vorhandene Wirtschaftspotenzial optimal aus. Das neue Zentrum wird so eine zentrale Rolle in der Ressourcenschonung und der umfassenden Wertstoffrückgewinnung spielen.“

Die 29 Gemeinden des Bezirks schaffen mit dem Park ­– er soll im Dezember 2018 in Betrieb gehen – für ihre Bevölkerung eine ganz neue Qualität. Bis zu 80 verschiedene Fraktionen können während der umfangreichen Öffnungszeiten abgegeben werden – inklusive fachkundiger Beratung. „Der neue Ressourcenpark garantiert niedrigere Kosten für die Gemeinden. Gleichzeitig bietet er auch mehr Service für Bürgerinnen und Bürger, sowie die tiefer gehende stoffliche Trennung und das Recycling von Haushaltsabfällen“, erklärte der Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes, Wolfgang Neubauer.

Advertisements

Wiederverwendung

Ein besonderer Beitrag im Bereich der Wiederverwendung von Abfällen ist das Sammeln der Steiermark-Weinflasche mit einem Rücknahmeautomaten. Ursprünglich war diese als Einwegflasche konzipiert. Für dieses Aushängeschild des steirischen Weins wurde in einem Pilotprojekt des Landes Steiermark gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Steiermark, steirischen Weinbaubetrieben und Partnerbetrieben ein Rücknahmesystem zum Waschen und Wiederbefüllen der Flaschen etabliert.

In einem eigenen „Re-Use Shop“ am Gelände gibt es die Möglichkeit, gebrauchte, aber noch gut funktionierende Güter aller Art günstig zu kaufen. Wobei, wie Ingrid Winter, die Leiterin des Referates Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeit, betonte, das Potenzial dazu noch lange nicht genutzt sei.

Der Bau des Ressourcenparks ist auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor für die Unternehmen der Region. Vom veranschlagten Kostenvolumen in der Höhe von 2,28 Millionen Euro bleiben über 90 Prozent als regionale Wertschöpfung im Bezirk Leibnitz.“

Fakten zu unserem Müll

  • Die Steirerinnen und Steirer produzieren jährlich eine Gesamtmenge von ca. 552.000 Tonnen Abfall, welcher über kommunale Einrichtungen gesammelt wird. Das bedeutet pro Kopf 447 Kilogramm Müll. Davon entfallen – so Zahlen aus dem Jahr 2016 – 28 Prozent auf Rest- und acht Prozent auf Sperrmüll.
  • Die Recyclingquote für Siedlungsabfälle lag zuletzt bei 61 Prozent. Damit werden zwar die von der EU geforderten Recyclingquoten erfüllt, aber die Vorgabe werden noch weiter erhöht. In diesem Sinne ist eine verbesserte Trennung vwichtig.
  • Großes Potenzial für Verbesserungen sehen Fachleute vor allem beim Rest- und Sperrmüll, wo derzeit nur sieben Prozent an recyclingfähigen Materialien gewonnen werden konnten.
  • Eine verbesserte Abfalltrennung hat auch große wirtschaftliche Bedeutung – sie steigert die Wertstofferlöse für die Gemeinden.
  • Das Land Steiermark setzt mit dem Konzept „Ressourcenpark“ auf die Etablierung der modernsten Sammelinfrastruktur, um die Motivation zur Abfalltrennung noch weiter zu steigern. Sie will auch Übernahmebereiche für wiederverwendbare Güter schaffen.

Beitragsbild: fotolia.com/rbkelle Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

Kommentieren

*